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GPS

ein kleiner (Einkaufs)Ratgeber

Die drei Buchstaben GPS (Global Positioning System) kennt heutzutage fast jeder, für unsere Touren im Südwesten ist die Satellitengestützte Navigation manchmal unerläßlich und sehr hilfreich. Auch ich bekomme immer wieder Fragen dazu gestellt und möchte auf dieser Seite meine Erfahrungen damit weiter geben.

Für die Orientierung in unwegsamen Gelände und zum Auffinden von besonders interessanten Punkten ist ein GPS Empfänger hervorragend geeignet, allerdings gibt es ein paar Dinge zu beachten.

Wenn noch zusätzliche Fragen auftauchen, dann mailt mir doch einfach es kommt bestimmt eine Antwort.

 

Die Theorie

Man sollte sich grundsätzlich mit dem Hintergrund der Technik einmal auseinandersetzen. Das ist auf der Seite Wie funktioniert GPS - Alles Wissenswerte ganz gut erklärt und ich gehe hier nicht näher darauf ein. Dabei ist besonders wichtig, dass man mit den Begriffen Map-Datum und Grid etwas anfangen kann und versteht, denn spätestens wenn man Wegpunkte versucht ins Gerät einzugeben und damit nicht klar kommt, weil sie in einem anderen Format sind, bekommt man Probleme.

 

GPS Geräte

Geräte und Hersteller gibt es viele, meine Erfahrungen berufen sich bislang nur auf Geräte von Garmin. Dies ist wohl einer der, oder sogar der größte und bekannteste Hersteller. Von ganz einfachen Geräten, die ca. 100 Eur/US$ kosten bis zu Geräten mit vielen Funktionen und Darstellungen, die dann ein zigfaches der Einsteigergeräte kosten, gibt es eine sehr breite Palette im Handel.
Es ist für einen Laien oft schwer das Gerät zu finden, das er wirklich braucht, da hilft dann vielleicht nur eine Empfehlung eines Fachmannes. Die Erfahrung eines Fachmannes sind aber sehr weit gestreut (zumindest in D). Da habe ich selber schon einiges erlebt, denn GPS Geräte werden jetzt in immer mehr Geschäften verkauft, die Verkäufer allerdings kennen sich nicht wirklich damit aus, bzw. haben nur Halbwissen. Nur wer wirklich selber ein GPS bedienen kann und damit auch schon unterwegs war, kann auch wirklich Auskunft geben und mit GPS Geräten meine ich keine sogenannte Navis, die man heutzutage bei jedem Discounter erstehen kann, um diese Navis gehtes hier nämlich nicht.

 

Kauf in USA

Wenn man dann ein für sich geeignetes Gerät gefunden hat, versucht man dieses so günstig wie möglich zu kaufen, das ist wohl ganz normal. Dann wird man feststellen, dass die Geräte in D und Europa relativ viel kosten und es bei einem bekannten Internet Auktionshaus auch nicht gerade Schnäppchen gibt, dagegen sind die Preise in USA geradezu billig, nichtzuletzt wenn der Dollarkurs noch über 1,30 (Stand Mai 2007) steht. Grundsätzlich möchte ich nicht davon abraten ein GPS in USA zu kaufen, aber ich möchte doch auf ein paar Punkte hinweisen.

  • Garantie ist ein wichtiger Punkt, wenn das GPS kaputt sein sollte und es eigentlich noch Garantie hat, muss es evtl. zum Verkäufer oder Hersteller in die USA geschickt werden.
  • Die Geräte dort haben nicht immer ein Menü das man "offiziell" auf deutsch umstellen kann.
  • Man muss das Gerät bei der Einreise nach Deutschland verzollen und auch die Mehrwertsteuer bezahlen.
  • Wenn man noch nie ein GPS bedient hat und es im Urlaub kauft und damit gleich die ersten Touren gehen will, ist man möglicherweise mit der Bedienung überfordert und es klappt nicht. Man will ja nicht die kostbaren Urlaubstage mit einstudieren des Handbuches (in englisch) und austesten des GPS verschwenden. Mein Tipp dazu, sich daheim zunächst mal ein Gerät zu kaufen (auch wenn es ein nicht so üppig ausgestattes GPS ist) und Erfahrung damit sammeln, bevor man sich in der Wildnis darauf verläßt.
  • Die im GPS integrierte Basemap (nicht bei allen Geräten) ist dagegen belanglos.

Günstige Preise gibt es bei GPS City in Las Vegas. Eigentlich nur ein Versandhandel, aber mit dem Vorteil im Office die Bestellungen abzuholen.

 

Meine GPS Handhelds

So nun zu den Geräten selbst, wie schon erwähnt gibt es Einsteiger Modelle, die auch schon ausreichend sein können, das ist z.B. die Gecko Reihe von Garmin. Diese Geräte zeigen einem den Standort an und lotsen zu einem vorher eingegebenen Wegpunkt. Sie können auch Wegdaten sammeln und diese hinterher auf den PC übertragen (allerdings nicht alle). Das reicht um einen Punkt zu finden, oder den Parkplatz wieder zu finden, oder über zurückgelegte Strecke informiert zu werden.
Ich selber neige ja eher dazu die neueste Technik eizusetzen und gebe mich ungern mit ältern Geräten zufrieden, deshalb habe ich mir Anfang 2005 das Garmin Etrex Vista C gekauft.

  • Die GPS der Etrex Modellreihe sind Outdoor geeignet, d.h. sie haben ein Gehäuse das vor Staub, Wasser und Erschütterungen schützt. Dazu ist es sehr leicht und klein, also ideal um es auf langen Wanderungen, beim Radfahren oder beim Kajakfahren einzusetzen.
  • 2 standard AA Akkus mit 1600 mAh halten bei voller Ladung über 24 Stunden.
  • Das Display beim Vista C und allen anderen Garmin Modellen mit Farbdisplay, ist hervorragend bei Tageslicht abzulesen, gerade wenn die Sonne drauf scheint noch besser als im Schatten. Wenn es zu dunkel wird gibt es eine mehrstufige Hintergrundbeleuchtung, die sich nach einstellbarer Zeit wieder ausschaltet.
  • Das Vista besitzt einen elektronischen Kompass, d.h. die Kompassnadel im Display zeigt auch im Stillstand die Nordrichtung an. Ein GPS ohne diese Funktion zeigt die Nordrichtung nur an, wenn man sich bewegt.
  • Das Vista besitzt zudem noch einen Barometrischen Höhenmesser, d.h. man kann sieht Luftdruckänderungen im Display und somit Höhenunterschiede auch ohne guten GPS Empfang. Die Höhe über NN wird ja auch von den GPS Signalen bestimmt, dazu müssen aber min. 4 Satelliten empfangbar sein (Das nennt sich dann 3D Empfang).
  • Es besitzt zudem die Fähigkeit Karten auf dem Display darzustellen. Das ist natürlich eine wunderbare Sache, denn damit sieht man auch wie das Gelände vor einem aussieht, erkennt Wege, Flüsse, Seen und POI (Point of Interest). Dazu muss man sich aber die Karten von Garmin extra dazu kaufen. Ich verwende nur Topo Maps, es gibt aber auch Strassenkarten die routingfähig sind, d.h. Sie können das GPS als "Navi" im Auto benutzen, diese Funktion nutze ich damit nicht und beschränke mich hier nur auf Topo Karten. Zu dieser Funktion kommt später noch mehr.
  • USB Schnittstelle zum PC, zum schnellen übertragen der Daten.


Mit dem Vista C habe ich also meine ersten "Gehversuche" unternommen und für die Bedienung hatte ich ein gutes halbes Jahr Zeit, bis es 2005 im September das erste mal zum richtigen Einsatz kam. 2006 kaufte ich mir dann in Las Vegas das Garmin GPSMap 60 CSx, der Gründe dafür waren:

  • Ein größeres Display, das bei Kartendarstellung einfach mehr zeigt.
  • Die Bedienung wird mit mehrern Tasten durchgeführt, das Menü selber sieht genauso aus wie beim Vista C.
  • Besserer Empfang durch Sirf III Chipsatz. Wirklich ein Unterschied zum Vista C der zwar auch bei dem auch gut war. In engen Canyons setzt aber auch hier der Empfang aus.
  • Eine Micro SD Karte, auf der die Karten gespeichert werden. Das Vista C hat einen festen 24 MB Speicher, der mir auch immer gereicht hat.

 Nachdem ich mein GPSMap 60 CSx im Frühjahr 2011 geschrottet habe, indem ich einen billigen Kfz Stromadapter angeschlossen habe und hinterher sich das Gerät nicht mehr einschalten lies, musste ich ein neues kaufen. Ich bin beim GPSMap Gerät geblieben, obwohl ich schon mit dem Garmin Oregon geliebäugelt habe, aber die Bedienung mit Tasten ist mir doch lieber als ein Touchscreen. Die Bedienung des Oregon ist nicht so schön und gut wie man sie z.B. von einem Smartphone kennt. Deshalb habe ich mir das Garmin GPSMap 62s bei REI gekauft.

Die Karten

Wie schon erwähnt bieten diese den Vorteil, dass man immer sieht wo man sich auf der Karte befindet und wie das Gelände um einen herum aussieht. Dazu muss man aber auch in der Lage sein, eine Topo Karte zu lesen.
So haben wir mal den Hike in den Bighorn Canyon abkürzen wollen, weil es uns der beschriebene Weg zu lange dauerte. Nun wir waren zwar schon in der Wildnis orientierten uns aber an einem Wash, aber jetzt wollten wir wirklich querfeldein laufen. Ein Blick aufs GPS sagte mir, dass wir einen weiteren Wash kreuzen müssen und dieser recht Steile und hohe Kanten hat. Ich suchte auf der Karte einen möglichst Flachen Abstieg und navigierte uns dorthin. Es war dann zwar immer noch ganz schön Steil, aber wir konnten nach unten klettern ohne abzurutschen. An anderer Stelle wäre dies ohne Seil unmöglich gewesen. Dies sollte jetzt nur mal als Beispiel dienen, die Höhenlinien einer Topo Karte zu verstehen.
Die einzelnen Karten muss man natürlich extra dazu kaufen, was ein nicht unerheblicher Posten sein kann. Dies sollte man vorher bedenken, denn ein Super GPS bringt mir nicht mehr als ein einfaches, wenn ich dann keine Karten dafür habe. Es funktionieren aber mittlerweile nicht nur die Mapsource Karten von Garmin, sondern eine Vielzahl von anderen Karten, z.B. Openstreetmap oder GPS File Depot

Ich benutze die Topo USA 1:100000 und die National Parks West 1:24000, sowie die Topo Deutschland 1:25000. Je größer der Maßstab ist umso weniger Details sind in den Karten drin, die beste Auflösung bieten der 1:24000 Maßstab.
Die sogenannte Basemap, die in den Geräten enthalten ist, nützt dagegen recht wenig, auch wenn diese in den letzten Jahren schon besser geworden ist, deswegen spielt es auch keine Rolle, ob man ein deutsches oder US Gerät kauft.

Tools

Ich benutze zum umrechnen von Wegpunkten und Tracks das Tool go7towin, damit kann man in alle möglichen Formate umrechnen und auch die Daten zwischen Delorme und Mapsource Formaten wechseln. Das Tool kann man hier downloaden.

Für das GPSmap 60 CSx und die Etrex Reihe gibt es einen inoffiziellen Patch im Internet, damit wird bei US Geräten das deutsche Menü aktiviert. Das Projekt wurde leider eingestellt.

 

Ein wichtiger Tipp noch: Verlaßt Euch nicht nur auf das GPS! Bedenkt dass es ausfallen kann die Batterien mal leer werden und keine Ersatzbatterien mehr mit dabei sind. Ihr steht also irgendwo in der Wildnis und nun? Ein Kompass ist das mindeste was man zusätzlich dabei haben sollte. Dazu muss man natürlich wissen in welche Himmelsrichtung es wieder zurück geht, also auch die gegangene Richtung einprägen. Perfekt wäre dann auch eine "echte" Karte aus Papier dabei zu haben.

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