USA 2004 // The Great Southwestern Trail
Eine Reise durch die Staaten Californien, Arizona, Utah und Nevada zu bekannten und weniger bekannten Orten, 27 Tage vom 11. September bis zum 8. Oktober 2004.
1. Tag / München - London - LA
Samstag 11. September
Es ist mitten in der Nacht, als wir von E. abgeholt und
zum Flughafen nach München gebracht werden. Einchecken im (neuen)
Terminal II, noch ein Cafe und eine letzte Breze. Die brauchen wir jetzt
auch, da die Dame am LH Schalter keine Platzänderung mehr vornehmen
konnte und wir keine Sitze nebeneinander bekommen hatten. Maschine ausgebucht
- superklasse. Das müssen wir in London klären.
In London dann das ewig selbe Gerenne durch endlose Flure, lange Warteschlangen
vor dem Sicherheitscheck, Busfahrt ins andere Terminal und dann wird
die Zeit auch schon knapp; am Schalter erreichen wir wegen der Sitzplätze
auch nichts, müssen wir beim Boarding klären, welches bereits
begonnen hat.
Wir schaffen's irgendwie doch noch, nebeneinander zu sitzen. Der Platz
neben Andy bleibt lange Zeit leer und ich wechsle. Bevor die Maschine
zur Startbahn rollt kommt doch noch jemand, sie ist aber bereit zu tauschen
und dann hebt die 777 von United endlich ab. 9 Stunden später landen
wir bei herrlichem Wetter in L.A.
Das Einreiseprozedere geht schneller als vermutet; auf zu Alamo. Bobby, der uns bedient bietet uns einen SUV für 10$ Aufpreis pro Tag an. Wir lehnen ab, er meint nur, seine Unverständnis durch Kopfschütteln unterstreichend … "immer dasselbe mit den Deutschen, die fahren überall hin, da war noch nicht mal ein Ami, aber sie wollen nie ein größeres, besseres und bequemeres Auto. Wir bekommen einen Pontiac GrandAm in weiß, soweit ganz o.k., im Kofferraum haben allerdings nur zwei große Koffer (einer liegend, einer stehend) Platz. Da wir zu müde und zu k.o. sind, ist uns das jetzt erst mal schnuppe, wir kramen den Stadtplan hervor und fahren gen' Hollywood, wo wir ein Days Inn von zu Hause aus gebucht haben. Es ist schwül und der Planet sticht - für uns total ungewohnt. Auf dem Weg zum Motel halten wir bei einem Supermarkt, versorgen uns mit reichlich Getränken und dann ab ins Motel. Ich sage noch, ich ruhe mich nur ein Stündchen aus, aufgestanden bin ich nicht mehr. Gegen 3.00 Uhr nachts waren wir dann natürlich putzmunter.
Gefahrene Meilen: 15
2. Tag / Hollywood - Santa Monica - Palm Springs
Sonntag 12. September
Um 6.30 h sind wir geduscht, angezogen und haben bereits
zusammengepackt. Gestern habe ich in der Straße, in der wir wohnen,
einen Starbucks entdeckt und da wollen wir jetzt hin.
Als wir das Motel verlassen, sind an beiden Motelausfahrten gelbe Sperrbänder
gespannt und auf der Straße ist die Polizei auf Motorrädern
in Massen unterwegs.
Wir gehen bis zur Kreuzung und fragen mal - heute
Vormittag findet ein Radrennen statt und wenn wir das Auto in eine Seitenstraße
fahren wollen, müssten wir das gleich tun, ansonsten bis 12.00
Uhr warten.
Also wieder zurück; Andy holt das Auto und ich hebe die Bänder
hoch, damit er drunter durchfahren kann. Er ist noch nicht durch und
schon kommt ein Cop mit Motorrad und Sirene angeprescht und motzt uns
an, was wir da machen. Ich lasse mich nicht einschüchtern und quatsche
dagegen, dass wir das dürfen, jawoll. Einer, den wir vorher gefragt
haben, kommt dazu und meint, das wär schon o.k., wir sollen hinter
ihm herfahren. Jetzt bekommen wir auch noch Geleitschutz bis zur nächsten
Kreuzung (20m). Wir parken das Auto und jetzt erst mal Kaffee. Andy
sieht sich nicht genug und bestellt die zwei größten Becher,
je ca.0,5 l.
Gestärkt geht es in den Griffith Park zum Observatorium.
Da sind jede Menge Walker, Jogger, Herrchen und Hunde, die sich die
Zunge heraushecheln, unterwegs. Es ist noch angenehm kühl und wir
gehen mit der Meute ein Stück den Berg hinauf. Aussicht hat man
von hier oben keine, außer Smog soweit das Auge reicht. Nach einigen
Schritten merken wir, dass wir wohl doch nicht so fit sind, wie wir
glauben - Jetlag.
Es geht wieder hinunter, wir wollen am Walk of Fame einige Sterne und
das Mans Chinese Theatre anschauen. Die Hitze nimmt zu und ohne was
zu Trinken hält man es auch hier kaum aus. Alles ganz nett, aber
nicht besonders spektakulär. In einem Supermarkt versorgen wir
uns mit einem Imbiss und fahren zum Santa Monica Pier. Auch ganz nett,
jede Menge los hier, ein bisschen Sand in den Schuhen, mal das Wasser
testen, den Badenden und Rettungsschwimmern zuschauen und dann geht
es raus aus der Stadt nach Palm Springs.
Auf dem Weg dorthin finden wir einen Walmart und kaufen
uns das wichtigste Utensil - eine Kühlbox. Die wird auch gleich
mit Eis von Jack in the Box befüllt. Ich komme mir saublöd
vor, den Getränkebecher immer wieder mit Eis zu füllen und
dann hinaus zum Auto zu stürzen, um die Eisbox (eine kleine wohlgemerkt)
zu bestücken.
Palm Springs - eine Oase mitten in der Wüste, mit Golfplatz versteht
sich. Alles ist grau außen herum, Sand, Steine, dürre Gewächse
und hier Palmen en masse. Ein ganz nettes Örtchen. Wir nächtigen
in der Travellodge, die Temperaturanzeige hat bereits ihr Ende erreicht
- bei 50 °C geht's nicht mehr weiter. Es ist wirklich irre heiß
und der Pool mit Badewannentemperatur bietet auch keine Erfrischung.
Bei Dennys gehen wir was essen (vor 7 Jahren fand ich das Essen besser
als heute), wir besorgen noch Milch fürs Frühstück im
Liquor Store und das wars auch schon.
Gefahrene Meilen: 60
3. Tag / Palm Springs - Joshua Tree NP - Phoenix
Montag 13. September
Es gibt Cornflakes mit flüssiger Sahne zum Frühstück; Andy hatte gestern Half & Half gekauft und das ist Sahne. Na was soll's, was anderes haben wir nicht. Als wir das Motel bezahlen lese ich auf einem Schild "This area contains chemicals known to the State of California to cause cancer and birth defects or reproductive harm" - klingt ja "strange". Wieso machen dann hier die Californier bevorzugt Urlaub?
Wir fahren zum AAA-Büro und versorgen uns mit Tourbooks
und Kartenmaterial. Unser Auto riecht wieder mal sehr streng nach Krankenhaus;
Andy hat seit gestern Kopfweh vom verkrampften Sitzen im Flieger. Ich
habe eine Salbe gekauft und die riecht wie Tic Tac Wintergreen hoch
fünf; so kann ich das Menthol inhalieren und bekomme wenigstens
keinen Schnupfen.
Es
geht zum Yoshua Tree NP - finden wir ganz klasse. Die Berge hier sind
wie aus einem Märchen, zu Gruppen angeordnet, teilweise ganz rund
und überall sausen Squirrels rum. Man fährt ganz bequem zu
den einzelnen Aussichtspunkten; hier zu campen stelle ich mir auch ganz
toll vor. Allzu große Anstrengungen sind heute noch nicht drin;
die Temperatur und der Jetlag machen uns immer noch zu schaffen. So
lassen wir auch den Aufstieg zu einem Lookout bleiben und sehen uns
das an, was mit dem Auto und nur kurzen Fußmärschen zu erreichen
ist. Im Visitorcenter in Twentynine Palms machen wir noch Halt, da gibt
es noch einige interessante Info's zum Park.
Geplant ist, die 62 nach Flagstaff zu fahren. Wir sind ca. 30 Min. in eintönigster Gegend auf der 62 unterwegs als es plötzlich heißt "Road closed due to flooding". Na klasse, dass wenigstens nach x-Meilen dieses Schild kommt und nicht gleich am Anfang. Wir beratschlagen, sind uns zu unsicher um mit unserem Auto das Wagnis zu begehen und drehen wohl oder übel wieder um.
Die Umfahrung der 62 ist auch gesperrt, da weist wenigstens gleich zu Anfang ein Schild darauf hin. Es ist bereits 14.00 h und wir haben noch jede Menge Wegstrecke vor uns. Erst mal Mittagspause und weil kein geeigneter Picknickplatz in der Nähe und es in praller Sonne zu heiß ist, essen wir im Auto. Wir müssen wieder in den Yoshua-Tree-NP zurück (die nette Dame am Parkeingang bemängelt auch, dass nichts Genaues über den Zustand der 62 bekannt ist) und es geht endlos durch den Park, bis wir endlich zur I 10 Richtung Phoenix kommen.
Andy ist von meiner Fahrweise schon total schlecht; Kopfschmerzen
hatte er ja schon vorher. Jetzt geht es wenigstens geradeaus weiter,
Tempomat ein und aufpassen muss ich lediglich auf die vielen zerfetzten
Reifenteile unzähliger Trucks, die hier unterwegs sind. Sobald
wir die Grenze von Arizona erreichen, tauchen die berühmten Kakteen
mit den Armen auf; als hätten sie das Kommando erhalten, ab hier
zu wachsen. Wir machen an einem für meine Begriffe sehr sauberen
und ordentlichen Rastplatz ein paar Minuten Pause, ehe es nach Phoenix
bzw. Peoria weitergeht.
Um 19.00 h beziehen wir ein Zimmer im Comfort-Suites-Motel für 53$ + Tax. Da kann man nicht meckern; klasse Zimmer mit Frühstück. Um 20.00 h sind wir zum Essen startklar; draußen hat es um die 30 °C, im Pancake-Haus kommt man sich vor wie in einem Eiskeller.
Gefahrene Meilen: 517 (mit viel Umwegen wegen Straßensperrung)
4. Tag / Phoenix - Sedona - Grand Canyon - Williams
Dienstag 14. September
Um 7.30 h sind wir bereits beim frühstücken; es gibt eine gute Auswahl - ich versuche mich das erste Mal im Waffelnbacken und es gelingt. On the road again und in Anthem fahren wir zu einem Outlet-Store; eigentlich wollten wir nen Supermarkt, aber egal. Wir gehen ledglich in zwei Geschäfte (soll später noch anders kommen) und nach einer Stunde sind wir wieder unterwegs; so richtig Lust zum Shoppen haben wir noch nicht.
Es geht auf ein Hochplateau (4.000 feet immerhin), die
Landschaft wechselt und als wir Richtung Sedona fahren tauchen die ersten
roten Felsen und Berge auf - Marlboro-Country-Feeling. Da bereits Mittag,
testen wir Wendy's und besichtigen anschließend etliche Kunstgewerbeläden.
Ganz tolle - wenn auch unnütze, aber schön anzuschauende -
Sachen aus Glas, Metall, witzige Uhren
usw. gibt es hier.
Durch den Oak-Creek-Canyon geht es hinauf nach Flagstaff.
Endlich finden wir mal einen Safeway, können unsere Customer-Card
von vor 7 Jahren immer noch benutzen und sparen!
Die letzte Etappe nach Williams ist auch bald geschafft und um 16.00
h beziehen wir unser Zimmer in der Travellodge. Es ist zwar sauber,
aber schon sehr abgewohnt. Hätten mal besser das etwas teurere
Howard Johnes-Motel nehmen sollen.
Eine Stunde später nehmen wir die 50 Meilen in Angriff
zum Grand Canyon; wir wollen zum Sonnenuntergang da sein. Die Strecke
zieht sich ewig, bis wir endlich am Parkeingang sind. Da die Landschaft
nicht so spektakulär ist, wage ich ein Nickerchen und werde erst
wach, als wir in den Park fahren und im Village nah an der Shuttle-Bushaltestelle
einen Parkplatz finden.
Ziel ist Hopi-Point. Die Fahrerin erwähnt und betont ständig
Hopi-Point und das immer wiederkehrende fast melodische "Doors
closing" werden wir wohl nicht mehr vergessen. Wir ruckeln also
zum besten Aussichtspunkt für den sunset und da ist ganz schön
viel los. Viele Fotografen stehen rum und warten auf den besten Moment. Als
ich den ersten Blick auf den Grand Canyon werfe, bleibt mir schlichtweg
die Luft weg, so beeindruckt bin ich. Diese unendliche Weite - es ist
nicht zu beschreiben.
Trotz Menschenmenge versuchen wir, den Sonnenuntergang
zu genießen; er ist zwar nicht sooo spektakulär, aber für
uns sehr schön. Alle auch noch so guten Fotos können nicht
das wiedergeben, was das menschliche Auge in der Realität wahrnimmt
und alle Beschreibungen treffen nicht den erlebten Eindruck. Die Fahrt
zurück zum Village schaffen wir mit dem 3. Bus, der kommt und dann
geht's wieder nach Williams; bei Nacht sind die 50 Meilen dorthin auch
nicht kürzer. Es hat einen tollen Sternenhimmel und ich sehe eine
Sternschnuppe; na wenn das nicht Glück bedeutet.
Im Route 66-Diner gehen wir noch was Burgermäßiges essen.
Gefahrene Meilen: 297
5. Tag / Williams - Grand Canyon - Page
Mittwoch 15. September
Für Andy war die Nacht sehr unruhig; ständig
haben die endlos langen Züge in Williams gehupt, mich hätte
man wohl davontragen können, ohne dass ich es gemerkt hätte.
In Tusayan sehen wir uns im Imax den Film von National
Geographic über den Grand Canyon an; auch das ist sehr beeindruckend
- vor allem, wenn man nicht viel Zeit für den Grand Canyon eingeplant
hat wie wir.
Dann weiter in den Park, zum Mathers Point (Picknick mit atemberaubender
Aussicht), ins Visitor Center und zum Village. Von dort nehmen wir wieder
den Shuttle, diesmal bis Hermits Rest und laufen am Rim entlang bis
zum Mohave-Point. Es ist sehr warm und das Gehen am Rim ist nicht so
ganz ohne; keine Absperrung, kein Gitter, immer nah am Abgrund und man
hat die Augen ständig auf den Pfad gerichtet. Nach 2 Stunden und
5 km Strecke ist's genug; wir wollen ja heute noch weiter.
Gegen 16.00
h sind wir wieder im Village, leeren trotz genügend Wassers während
des Wanderns mehrere Dosen kaltes Mountain Dew und fahren den East Rim
entlang Richtung Cameron; nicht ohne noch etliche Male an den Viewpoints
anzuhalten. Andy fotografiert was das Zeug hält. Am Navajo-Point
steigen wir noch kurz vor Schließung den Turm hinauf, bestaunen
die Aussicht. Ein Blick in das aufgeschlagene Besucherbuch - schreibt
doch tatsächlich ein Ami, hier wäre ein schöner Platz
zum Golfen … ?!
Wir verlassen den NP, es geht ins Land, das den Native
Americans gehört. Ein paar vereinzelte Hütten, Verkaufsstände
die bereits geschlossen sind, viel weites Land, ein Canyon - sonst nichts.
Die Sonne geht bereits unter und auch heute hätte es vom sunset
am Hopi-Point bestimmt eindrucksvolle Bilder gegeben. Die Rauchschwaden
des Waldbrandes am North-Rim, der bereits seit 2 Tagen unter Kontrolle
gehalten wird, zieht sich weit ins Land. Cameron ist nur eine winzige
"Station" - für mich nicht der Rede wert und wir beschließen,
die 60 Meilen bis Page auch noch in Kauf zu nehmen. Es ist nun dunkel
und hin und wieder riecht es heftig nach Rauch.
Um kurz vor 20.00 h kommen wir in Page an, mieten uns
im Motel 6 für 3 Nächte (für 49,49 § + Tax p.N.)
ein und gehen im Pizza-Hut noch schnell eine Pizza essen.
Gefahrene Meilen: 210
6. Tag / Page - Paria Ranger Station - Lower Antelope Canyon - Page
Donnerstag 16. September
Es ist 6.30 h morgens, als ich unsanft aus dem Bett geworfen werde; wir müssen um spätestens 7.30 h in der Paria-Contact-Station für die Auslosung der 10 Wave-Permits sein, die Auslosung beginnt um 8.00 h. Eigentlich um 9.00 h Utah Zeit aber den Zeitunterschied Utah : Arizona (- 1 h) machen wir nicht mit. Was zu Trinken eingepackt und los geht es.
Ca. 45 Min. später biegen wir am Milemarker 21 von
der 89 ab und sind auch schon da und mehrere andere die zur Wave wollen
auch. Zettel ausfüllen und warten, die Spannung steigt, als bereits
9 Personen das Permit erhalten und wir gottlob zum Schluss noch gezogen
werden, sind wir glücklich. Der Ranger drückt ein Auge zu;
diesmal werden 11 statt 10 Permits vergeben. Man zeigt uns Fotos, es
gibt eine Kopie einer Karte sowie mündliche Erklärung. Ich
denke nur, na hoffentlich finden wir hin. Wir zahlen unsere 10 $ gerne
und dann geht's zurück nach Page, erstmal was frühstücken.
Übrigens wer nicht ausgelost wurde und am nächsten Tag wieder
mit dabei sein will, bekommt dann 2 Zettel mit seinem Namen in die Schale.
Am dritten Tag wären es dann 3, um die Chance zu steigern und das
geduldige warten zu belohnen.
Heute lassen wir uns mal Zeit, der Walmart neben dem Motel
wird durchstöbert und gegen 11.30 h geht's zum Lower-Antelope-Canyon.
Der Eintrittspreis von 17,50 $ p.P. ist heftig. Ein Navajo-Teenie bringt
uns zum Einstieg und mir fällt erst mal meine Wasserflasche ein
paar Meter runter. Na klasse, der wird sich seinen Teil denken, aber
was solls.
Hier sei angemerkt: Wer den Hin- und Rückweg im Canyon geht, braucht
selbst bei Hitze kein Wasser, wenn man vorher etwas getrunken hat, denn
unten ist es angenehm kühl. Die Flasche stört nur, auch Rucksack
oder Bauchgurt. Ich musste meine Flasche die ganze Zeit tragen, und
das hindert einen an manchen Stellen am Vorwärtskommen, da man
beide Hände braucht. Wer den Weg außerhalb des Canyons zurückgeht,
kann was "Flüssiges" einpacken.
Wir
sind beeindruckt, von den Windungen, die das Wasser im Laufe der Jahrtausende
in den Stein gegraben hat, von den unterschiedlichen Farben des Steins,
die der Lichteinfall hervorruft. Aus dem Staunen kommen wir nicht mehr
raus und so ist am Ende des Canyons klar, dass wir auch darin wieder
den Rückweg antreten; viele Leute sind sowieso nicht unterwegs
und die paar Fotografen stören niemanden.
1 Stunde später
tauchen wir voller Begeisterung wieder aus der angenehm kühlen
Unterwelt auf.
Unsere Idee, am Lake Powell irgendwo unseren Lunch einzunehmen ist nicht so leicht umzusetzen; man kommt hier nirgends ans Wasser und an den Marinas gibt es nur die Bootsanleger. Wir fahren zur Antelope-Marina, dort wird momentan noch gebaut und wir sitzen im Schatten einer gemauerten Säule auf der Baustelle. Nicht wirklich super, aber dafür mit Panoramablick. Den Nachmittag verbringen wir mit relaxen und einem Bad im eiskalten Pool des Motels.
Gegen Abend geht's noch zum Horseshoe Bend; wir sind dort bis auf zwei
Mädels allein. Der Colorado funkelt grün, glitzert im Abendlicht
und zieht dort eine majestätische Schleife. Sehr schön, doch
für Fotos zu diesem Zeitpunkt nicht geeignet. Wir können ja
übermorgen noch mal herkommen.
Im Zapatas gehen wir Tex Mex essen. Wir können draussen sitzen, was mir sehr gefällt; es ist angenehm warm und ich bin froh, nicht einer extrakalten Klimaanlage im Inneren des Restaurants ausgesetzt zu sein. Ein anschließender Besuch im Safeway, Karten- und Tagebuch-Schreiben runden den Tag ab.
Gefahrene Meilen: 104
7. Tag / Page - The Wave - Page
Freitag 17. September
Heute ist also Wave-Day; very exciting. Wir packen unseren Rucksack und fahren vorher noch zum Paria-Movie-Set. Beinahe hätten wir die Kopie des Kartenausschnitts für die Wave im Motel vergessen, also noch mal zurück und diese auch eingepackt.
Der Weg, eine rote sandig-staubige Gravelroad, zum Movie-Set
ist
schon westernmäßig. 1900 ließen sich hier in einem
malerischen Tal die ersten Siedler nieder, es gab dort mal einen Fluss
und dies macht das Niederlassen hier plausibel; ansonsten scheint das
zwar landschaftlich reizvolle Gebiet am Ende der Welt.
Die ursprüngliche Kulissenstadt, die für das Drehen etlicher
Western genutzt wurde, steht wegen sintflutartiger Regenfälle in
den 90ern nicht mehr, es gibt nur noch zwei neu aufgebaute Gebäude,
die an das Movie-Set erinnern. Wir gehen zum Friedhof, sehen uns ausgiebig
um und nehmen dann unser Lunch im Lost-Lady-Saloon ein, da wir hier
gegen den vom Wind aufgewirbelten Staub und der Hitze ein wenig geschützt
sind.
Gegen 12 h brechen wir auf zur Houserock-Valley-Road,
die zum Wirepass-Trailhead, dem Ausgangspunkt zur Wave führt. Es
sind etliche Washs zu durchqueren, aber auch mit normalen PKw gut zu
fahren, die Gravelroad zieht sich ganz schön hin. 1 h später
ist der Parkplatz erreichet, wir schnüren die Stiefel, packen den
Rucksack mit etlichen Flaschen Wasser und nach 10 Minuten kommen uns
bekannte Gesichter von der Auslosung entgegen; ich denke mir nur, die
haben es schon hinter sich, was erwartet uns?
Es ist irre heiß und beim ersten Anstieg rinnt der Schweiß.
Nachdem wir uns registriert haben geht es durch tiefen Sand "querfeldein",
Fußspuren sind zu sehen und der erste markante Hügelrücken,
über den wir drüber müssen. Bis jetzt ist noch alles
klar, dann begehen wir aber den Fehler und steigen auf der anderen Seite
des Hügels ab anstatt uns recht zu halten; die uns gezeigten Fotos
kann ich überhaupt nicht einordnen, hier sieht alles ähnlich
aus. Wir stapfen durchs Gelände, schwitzen wie verrückt und
uns beschleicht das unsichere Gefühl, dass wir falsch sind. Die
1 h 20 Min., die man zur Wave brauchen soll, haben wir bald erreicht.
Da wir wie in einer Art Tal sind und somit die Gegend nicht überblicken
können quälen wir uns wieder auf einen Hügel hinauf und
dann entdeckt Andy in der Ferne Leute; da müssen wir hin! Also
korrigieren wir unsere Route und nach weiteren 20 Minuten anstrengendem
Fußmarsch über Stock und Stein und Buttes begegnet uns ein
Ehepaar, das uns versichert wir seien auf dem richtigen Weg und in 5
Minuten da.
Hurra, wir haben es geschafft und der erste Blick in die
Wave verschlägt uns die
Sprache. Dort treffen wir auf ein sehr nettes Paar aus Bremen, die vor
uns am Movie-Set waren. Wir kommen sofort ins Gespräch und erkunden
gemeinsam die Wave, fotografieren was das Zeug hält und machen
uns dann auf die Suche zur 2nd Wave und den Burger Rock. Wir kommen
aus dem Staunen nicht mehr heraus; diese Farben und Gesteinsformen,
die die Sonne so richtig leuchten lässt.
Wir lassen uns Zeit, das
alles zu genießen und treten gegen 16.30 h gemeinsam den Rückweg
an, den wir dann auch richtig gehen. Die Strecke ist bald geschafft,
haben wir uns doch ständig was zu erzählen und wirklich nach
1,20 h sind wir wieder am Auto; angefüllt mit den unbeschreiblichen
Eindrücken und glücklich, die Wave gefunden zu haben.
Es geht im Konvoi zurück nach Page, Anja und Markus übernachten auch im Motel 6 und nachdem wir der Körperpflege ausreichend Raum eingeräumt haben, gehen wir zusammen noch in ein Steakhouse was essen. Das war für uns alle ein super-klasse Tag, den wir sicher nie vergessen werden.´
Gefahrene Meilen: 113
8. Tag / Page - Monument Valley - Bluff
Samstag 18. September
Noch etwas zerknittert vom gestrigen Tag packen wir zusammen und fahren wieder Richtung Paria Ranger-Station; das ursprüngliche Vorhaben in die Buckskin-Gulch zu gehen, verschieben wir auf ein nächstes Mal, die Eindrücke von der Wave wollen wir erstmal setzen lassen.
Wir machen noch einen Abstecher zu den Toadstool-Hoodoos und sehen
uns das Gebiet darum herum an. Hier ist das Gelände sehr ausgewaschen
und der Farbton ist nicht rot, sondern grau-weiß; als wäre
Kalk, Gips und Kreide enthalten. Wie wir später erfahren, hätten
wir uns beim Toadstool-Hoodoo nach links wenden müssen, da wären
noch mehr dieser Gesteinsformationen zu sehen gewesen; wussten wir leider
zu dem Zeitpunkt nicht, aber wie gesagt, es wird sicher ein nächstes
Mal geben. Nach ca. 1 h in knalliger Hitze - ab und zu fallen vereinzelt
Regentropfen aus einer großen dunklen Wolke - verlassen wir diese
Region und begeben uns auf den Weg zurück nach Page noch mal zum
Horseshoebend, um bei fotogeeignetem Sonnenstand Fotos zu schießen.
Auf der 98 geht es durch Navajo-Gebiet nach Kaibito. Kurze Mittagspause (im Auto), der Wind weht den Sand so heftig durch die Gegend, dass eine Straßenabzweigung bereits unter einer Sanddecke verschwunden ist. Sehr einladend ist die Ansammlung von ziemlich heruntergekommenen Hütten nicht; einzige Attraktion scheint in diesem Ort eine Tankstelle zu sein.
Nach weiteren 30 Meilen erreichen wir die 160, in Kayenta gibt es noch
einen Snack im Burger King und dann geht es auf der 163 direkt zum Monument
Valley. Die Wolken hängen nun tief und dunkel und es beginnt ziemlich
heftig zu regnen. Die ersten Felsen (Buttes), die wie Inseln aussehen,
kann man erkennen - dass dies die Überreste eine großen Plateaus
sein sollen, können wir uns nicht vorstellen. Nach
kurzer Zeit lässt der Regen nach, es klart wieder etwas auf als
wir das Visitor-Center erreichen. Wir sehen Autos auf dem Loop, also
was die können, können wir auch. Wir fahren los und es beginnt
wieder etwas zu regnen, was uns aber einen wunderschönen Regenbogen
beschert und das mitten in den majestätischen Monuments.
10 Minuten später scheint wieder die Sonne; die Gravelroad ist
ziemlich uneben, aber nicht vom Regen aufgeweicht. Die Felsformationen
sind beeindruckend und der selfguided Valley Drive ist empfehlenswert;
auch hier kommen wir aus dem Staunen nicht mehr heraus.
Gegen 16.30 h fahren wir weiter Richtung Mexican Hat,
statten den Goosenecks des San Juan River noch einen kurzen Besuch ab.
Hier windet sich der Fluss dreimal in engen Schleifen. Auf ein Foto
nicht drauf zu bringen, Andy montierte zu Hause die Bilder zu einem
Panorama.
Um 19.00 h erreichen wir Bluff und checken im Kokopelli-Inn für 54 $ + Tax ein. Im benachbarten Steakhouse gibt es noch Spareribs und wir kriechen in die Falle. Schlafen gestaltet sich schwierig, da es in der Nacht wieder heftig zu regnen beginnt und das verursacht ziemlichen Lärm auf dem Blechdach des Motels.
Gefahrene Meilen: 268
9. Tag / Bluff - Mesa Verde - Cortez
Freitag 23. September
Es ist bereits 9.00 h als wir aufstehen, es regnet immer noch und ist ungemütlich kalt. Auf dem Weg nach Colorado finden wir erst in Cortez einen Supermarkt, in dem wir unsere Vorräte auffüllen; schon super, am Sonntag einkaufen zu können. In einem Walmart verbringen wir auch noch mehr als eine Stunde; so richtig Lust auf Unternehmung haben wir heute aufgrund des Wetters nicht, brechen dann aber gegen 14.30 h doch noch zum Visitorcenter des Mesa Verde NP auf.
Um 15.30 h ist da die letzte Führung für das
Cliff-Palace; also nichts wie hin. Der Weg ist gut ausgeschildert. Am
Treffpunkt hat man bereits von oben einen guten Blick auf das Cliff-Dwelling
und es ist unvorstellbar, dass hier vor 1.400 Jahren einmal Menschen
gelebt haben.
Die
Anasazi-Siedlung ist sehr gut erhalten und wurde für mehr als 700
Jahre bewohnt. Der Ranger, der uns hinunter führt, gesellt sich
bald dazu und für eine Stunde werden wir in die Geschichte der
Anasazi eintauchen. Wir bekommen Scherben verschiedener Töpfergegenstände
gereicht, die hier gefunden wurden, um auch daran die Entwicklung sehen
zu können. Es ist sehr interessant, auch wenn unsere Englischkenntnisse
uns nicht alles Gesagte verstehen lassen. Nach der Führung fahren
wir noch den Mesa-Top-Loop ab, um wenigstens noch einen Blick auf die
übrigen Cliff-Dwellings zu erhaschen; mittlerweile regnet es wieder.
Gegen 19.00 h sind wir zurück in Cortez und suchen
ein Motel, das Super-8 und die Econo-Lodge sind uns zu teuer, in einem
Inn ist keiner an der Rezeption und unsere Wahl fällt dann auf
das Days Inn für 58,09 $ (inkl. Tax).
Im Golden Corall Buffet-Restaurant gehen wir essen, die Atmosphäre
ist zwar nicht so berauschend, das Essen aber gut und es hat eine riesige
Auswahl. Während wir nur wenig auf den Teller geben und dafür
öfter nachfassen, knallen sich die US-Bürger den Teller voll,
angefangen von Vorspeise, Hauptgericht und nicht selten Nachspeise,
essen davon vielleicht ein Drittel und lassen den Rest stehen; können
wir hier wieder mal life erleben.
Den Abend verbringen wir mit Fernsehen; ausgerechnet jetzt kommt der
Bericht eines jungen Mannes, der alleine in einen Slotcanyon im Canyonlands
NP geklettert ist, sich dort an einem Dropstone einklemmte und sich
nach 6 Tagen selbst die Hand amputierte, um sich zu befreien. Uns läuft
es kalt den Rücken hinunter von dieser tragischen Geschichte. Gottlob
bekamen wir des Nachts keine Alpträume.
Gefahrene Meilen: 190
10. Tag / Cortez - Arches - Moab
Montag 20. September
Es scheint immer noch so, als komme der Himmel herunter,
es ist ziemlich frisch. Nach einem guten Frühstück verlassen
wir Colorado wieder und machen uns auf den Weg nach Moab. Hin und wieder
kämpft sich die Sonne durch die Wolken; man sieht Felder, soweit
das Auge reicht. Auf der 491 geht es erstmal 60 Meilen nach Monticello,
dort noch schnell tanken und dann auf der 191 Richtung Moab.
Wir nehmen die Abzweigung zum Newspaper Rock State Park (211). Der besagte Newspaper Rock; eine Felswand mit Indianerzeichnungen ist direkt an der Straße; als wir in den Parkplatz einbiegen hätten wir beinahe eine Ente geplättet, die sich spontan entschlossen hatte, vor unserem Auto die Straße zu wechseln. Am Newspaper Rock sind alle möglichen Zeichen in den Stein geritzt und das en masse; aber was sollen die bedeuten? Ein bisschen fotografieren und spekulieren, dann geht es wieder zur 191 zurück zum Needles Overlook.
Die
Straße zieht sich 20 Meilen durchs Gelände, ziemlich kurvenreich
und schmal. Ca. 30 Minuten später sind wir dann am Overlook und
vor uns ein endlos weiter Blick über einen kleinen Teil des Canyonlands
NP; auch hier hat sich der Colorado River in Jahrmillionen durch das
Gestein gegraben und eine sagenhafte Landschaft geformt.
Wir machen
Mittagspause an einem der Picknickplätze mit sagenhaftem Ausblick,
schießen noch jede Menge Fotos, amüsieren uns über die
Squirrels und fahren dann weiter nach Moab, der Ort liegt in einem Talkessel
in der Sonne.
Zeit die Hosenbeine abzuzippen. Jetzt erst mal bummeln; hier gibt es
viele kleine Läden mit allerlei Krimskrams. Nachdem wir etliche
Motels abgeklappert haben, entscheiden wir uns fürs Inca Inn; das
ist sauber, wenn auch schon etwas älter, und mit 53,36 $ + Tax
p. N. ziemlich günstig. Auto ausladen, frisch machen und nach einer
Stunde Pause brechen wir noch zum Arches NP auf; wir wollen zur "Golden
Hour" am Delicate Arch sein.
Um 18.00 h stellen wir das Auto an der Wolfes Farm ab.
Wir werden noch von einem Herrn auf englisch gefragt, ob das der richtige
Weg zum Delicate Arch und wie weit es zu gehen sei, dann gehts los.
Ca. 40 Minuten steigen wir bergauf und es ist jede Menge los; alle haben
das gleiche Ziel wie wir. Als wir dann endlich da sind, werden wir wirklich
mit einem genialen Blick auf den von der Abendsonne beschienen Arch
belohnt. Trotz Menschenmenge ist es erstaunlich ruhig und jeder genießt
den Anblick. Eine knappe Stunde später geht es wieder zurück
und mit uns geht auch der Herr, der uns noch vorher nach dem Weg fragte.
Wie sich im Gespräch herausstellt, sind er und seine Frau ebenfalls
aus der Augsburger Ecke - echt witzig. Als wir den Park verlassen ist
es schon dunkel. Abendessen gibt es bei Pizza Hut - eine Super-Supreme-Pizza
- wir sind papp-satt und lassen uns den Rest in die Dogy Pack einpacken.
Gefahrene Meilen: 232
11. Tag / Moab - Arches - Devils Garden - Moab
Dienstag 21. September
Um 4.00 h morgens werde ich wach; es regnet ziemlich heftig. Wir wollen heute den Devils-Garden-Trail laufen, ich bezweifle, dass das klappt. Ich schlafe noch ne Runde, ehe ich um 8.30 h aus den Federn krieche. Es regnet immer noch, das macht das Aufstehen auch nicht einfacher, hilft aber nichts. Brotzeit besorgen und dann geht es erst mal ins Visitorcenter; dort fragen welche nach dem Wetter, im Bryce Canyon hat es bereits geschneit, na klasse - tolle Aussichten. Der Trail sei problemlos zu gehen heißt es freundlich, also brechen wir auf zum Trailhead.
Um 10.00 h marschieren wir los; Markus hat uns das wärmstens
empfohlen, also ein must- see / do. Der Regen hat nachgelassen, aber
es ist kalt. Schon der Anfang des Trails ist wie der Marsch in ein Märchenland,
der Weg ist bequem und gut zu gehen. Mit unseren Wanderstöcken
kommen wir uns wieder mal völlig "overequiped" vor. Wir
klappern die gesamten Arches ab und gehen bis zum Dark Angel.
Die
Natursteinbrücken sind sehr beeindruckend ebenso die Felsformationen
dazwischen. Am Dark Angel machen wir eine kleine Pause, verspeisen unsere
Äpfel und 15 Min. später treten wir den Rückweg an, über
den Primitive Trail.
Es geht erstmal bergab, ehe der Weg dann etwas abenteuerlicher wird.
Hin und wieder sind höhere Felsabsätze oder glatte Felsen
zu bewältigen, irgendwann müssen wir eine riesige Pfütze
umgehen.
So allmählich spüren wir die Schwere in den Beinen,
immerhin sind wir schon 3 Stunden unterwegs. Als wir aus dem Felslabyrinth
draußen sind geht es wieder eine ganze Weile bergauf und dann
durch tiefen Sand wieder Richtung Maintrail.
Nach 4 Stunden Wandern und Arch-Bestaunen mit kurzer Pause sind wir
wieder am Auto. Wir machen Mittag, es gibt noch einen Rest Pizza von
gestern und nach ausgiebiger Pause geht es retour zum Garden of Eden,
um auch noch den Double-Arch und die Window Section zu bestaunen. Als
wir den Park verlassen sehen wir einen kleinen schwarzen Bären,
den mehrere Ranger versuchen einzufangen. Es ist amüsant zuzusehen,
wie der Bär immer wieder ausbüchst; ob er dann irgendwann
erwischt wurde, haben wir nicht mehr gesehen.
Zurück im Motel machen wir erst mal ne Pause, bevor wir noch zum Bummeln und Abendessen aufbrechen. Um 22.00 h ist für heute Feierabend; die Wanderung macht sich in den Beinen bemerkbar.
Gefahrene Meilen: 53
12. Tag / Moab - Goblin Valley - Little Wild Horse Canyon - Torrey
Mittwoch 22. September
Wir stehen bereits um 7.00 h auf, packen, frühstücken,
verabschieden uns von der netten Dame des Inca Inn Motel und besorgen
noch unseren Proviant für heute. Die Lasal Mountains sind schneebedeckt,
es ist sonnig aber kalt.
Im Supermarkt werde ich aufgefordert, meine erste Erfahrung mit dem
Self-Cashier-Automaten zu machen. An einem Computerbildschirm erst mal
eine Taste drücken, dass man nun die Artikel, die man im Warenkorb
hat, bezahlen möchte. Frage nach Customer-Card - nein, da kein
Saveway - Ware einzeln über den Scanner ziehen und in die Tüte
legen bis nichts mehr im Korb ist. Frage nach Bezahlung beantworten
- Cash - Schein einziehen lassen, Frage nach Quittung beantworten und
dann wird das Wechselgeld ausgespuckt. Eine Computerstimme bedankt sich
für den Einkauf, würde mich gerne wieder als Kunden begrüßen
und wünscht mit blecherner Stimme "Have a good day" -
ich kann's nicht glauben.
Wir tanken noch voll und nehmen Fahrt nach Green River auf. Die Landschaft ist wüstenartig und eintönig, weit und breit nichts außer grauen Felsen, Sand und kaum Gewächs. Weiter geht's zum Goblin Valley State Park, Obulus von 5 $ entrichten und beinahe fahren wir ein Deer über den Haufen, weil es gerade dann über die Straße wackelt, als wir nicht damit rechnen. Für ein Foto bin ich zu langsam. Wir packen den Rucksack und begeben uns in die Welt der Schlumpfhüte.
Der
grün-graue Berg, den Greywolf
so gut auf seiner Homepage beschreibt ist gleich entdeckt - hier ein
Dank an all die Reiseberichtchreiber für ihre gezielte Beschreibung!
- wir marschieren direkt darauf zu und ….. dahinter verbirgt sich
ein Goblin-Tal vom feinsten.
Gottlob ist die Oberfläche des Erd-Lehm-Sand-Bodens trocken, bei
Regen möchte ich hier nicht laufen.
Wir erkunden das Goblin-Tal,
krabbeln rauf und runter und sind fasziniert von den unterschiedlichen
Steinformen, die teilweise wie Gnome, Nasen, Hüte oder kleine Männchen
aussehen; ein Gebilde sieht aus wie eine Schildkröte, ein anderes
wie ein Frosch, der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Andy fotografiert
was das Zeug hält. Mittlerweile ist es warm geworden, strahlender
Sonnenschein und azurblauer Himmel. Im Seitental sind wir alleine, alle
übrigen Besucher tummeln sich im vorderen Bereich - hähä.
Nach
einer Stunde geht es wieder zum Auto zurück, wir wollen noch zum
Little-Wild-Horse-Canyon, den wir wenigstens ein Stück erwandern
wollen; für den Rundweg über den Bell-Canyon haben wir leider
zu wenig Zeit. Die 8 Meilen Gravelroad sind gut zu fahren, am Parkplatz
gibt's noch eine Stärkung und dann los.
Zuerst ein Stück durch einen Wash, bis sich der Weg gabelt, rechts
geht es in den LWHC. Den Absatz gleich zu Anfang des Canyons kann man
bequem links umgehen, der Canyon ist anfangs noch relativ breit und
wird dann immer schmaler.
Richtig abenteuerlich ist es hier, die Felsen
und die Auswaschungen, die vielen Löcher im Fels. Nach einem schmalen
Stück weitet sich der Canyon, ehe er kurz darauf wieder ganz schmal
wird. Hier fängt unser Problem an, eine ziemlich lange Pfütze
zieht sich durch den Gang. Andy geht vor und versucht auf im Wasser
liegenden Steinen vorwärts zu kommen, was aber recht glitschig
und mühselig ist.
Wir versuchen, noch weitere Trittsteine zu legen, was aber aufgrund
der Pfützentiefe nichts bringt, da die Trittsteine zu klein sind
und aufgrund der Länge der Pfütze ist es zu aufwendig. Irgendwann
rutscht Andy ab und steht im Wasser - klasse. Wir kapitulieren und drehen
wohl oder übel um; nasse Wanderstiefel bringen es auch nicht. Enttäuscht,
dass wir das Pfützenproblem nicht lösen konnten, fahren wir
- nachdem wir einen Bauarbeiter nach dem Zustand der Gravelroad gefragt
haben, diese weiter.
Es geht einige Zeit in einem Wash entlang, die Gravelroad wird immer krimineller ehe dann das nächste Problem auftaucht; eine satte Steigung, die mit unserem Auto nicht zu bewältigen ist. Wir unternehmen zwei Versuche, brechen dann aber ab und müssen die ganze (Gravelroad)-Strecke wieder zurück, dann zur 24 nach Hanksville und von da durch das Capitol Reef nach Torrey.
Die Landschaft ist hügelig, sie sieht aus wie lauter
riesige Sandhaufen in unterschiedlichen Farbtönen, wechselt in
hohe Steinblöcke (Monument-Valley-ähnlich im Kleinformat)
und schließlich ein kleines Tal, völlig grün durch ein
kleines Rinnsal. Hier gibt's sogar richtig große Laub- und Obstbäume.
Auf dem Weg zum Capital Reef halten wir an der Straße, um von
einem Parkplatz aus Petroglyphen anzusehen. Seltsame Männchen,
Tiere und Figuren - ähnlich wie Marsmännchen - sind in den
Sandstein geritzt.
Nächster Stop ist beim Visitor-Center des Capitol-Reef-NP. Der
Weg dorthin führt durch ein herrlich grünes Tal, zu beiden
Seiten hohe Felsen in vielen Variationen und Farben. Im Visitor-Center
angekommen, dann die nächste Enttäuschung. Der Buirr Trail
und weiter zum Surprise-Canyon ist mit einem normalen Auto nicht zu
befahren, das hätten wir für morgen geplant.
Nächster Halt sind die Goosenecks, der sich tief in den Fels eingegraben hat. Weiter nach Torrey, wo wir für 59 $ (+ Tax) im Days Inn einchecken; mit Indoor-Pool und Hot-Tub. Wir beziehen ein riesiges Zimmer und ich gehe Wäsche waschen. Eine Frau belegt gerade beide Maschinen und meint, es würde wohl noch ne halbe Stunde dauern. Als ich sie frage, ob es denn hier Waschpulver zu kaufen gäbe, bietet sie mir von ihrem an, ob mir den Tide recht sei? Na klar, finde ich sehr nett. Sie hat mir jede Menge gegeben. Die Wartezeit nützen wir für einen Besuch des Pools. Ich bin dann mit Waschen an der Reihe, leider sind die weißen Socken nach dem Waschgang immer noch rot vom Wave-Sand.
In Bicknell, 8 Meilen weiter, gehen wir im Aquarius-Restaurant was essen. Es ist eine einsame Gegend hier und ich befürchte, dass um 21.00 h die Fußwege hochgeklappt werden. Im Restaurant steppen keine Bären und nachdem wir 15 Minuten sitzen bedient uns ein Teenie. Wir bestellen und bekommen 10 Minuten später merkwürdig frittierte Teile, wo wir nicht so genau wissen, was das sein soll. Stellt sich dann als Scones heraus, obwohl es absolut nicht danach aussieht. Als ich dann noch ein Messer ordere für das Fleisch, das ich bestellt habe, erhalten ich einen sehr fragwürdigen Blick von der Bedienung und widerwillig rückt sie dann eines heraus; haben die hier wegen der letzten Messerstecherei alles verräumt? Ein wirklich merkwürdiger Laden. Wir bekommen noch ein Refill, ehe wir um 20.30 h den Ort des Geschehens verlassen. Morgen geht's nach Escalante.
Gefahrene Meilen: 226
13. Tag / Torrey - Peek-A-Boo Canyon - Spooky Canyon - Panguitch
Donnerstag 23. September
Um 7.00 h stehen wir bereits auf; ich konnte lange nicht einschlafen, da unser Motelfenster direkt zur Straße geht und da ging tatsächlich nachts jede Menge Verkehr vorbei. Packen, Frühstücken, Auto einladen und los geht's. Es geht ein eisiger Wind, obwohl die Sonne scheint. Wir fahren erst mal ein Stück in die falsche Richtung, weil wir die Abzweigung zum Bryce Canyon glatt übersehen haben. Also umdrehen und die 2 Meilen retour und richtig abbiegen.
Es geht nun stetig bergauf, wir werfen noch einen Blick ins Tal Richtung
Capitol Reef NP. Hier färben sich allmählich die "Aspens",
die Ähnlichkeit mit unseren heimischen Birken haben. Herrliche
Gelb-, Gelb-Grün- und Rottöne und ein stahlblauer Himmel.
Hier gibt es jede Menge freilaufende Kühe, die entweder auf oder
dann über die Straße laufen, wann sie gerade Lust dazu haben,
manchmal noch mit einem Kälbchen im Schlepptau; auch jede Menge
Wild gibt es zu sehen.
Wir fahren über den Pass nach Boulder Richtung
Escalante und die Landschaft wechselt schlagartig, als wir wieder das
Grand Staircase erreichen. Felsen in allerlei Farben von weiß, grau, rot, gelb und bläulich.
Vor Boulder begegnet uns auf der Straße ein Coyote - klar dass
der den Namen Coyote Ugly bekommt.
Nächster Ort ist Escalante, zwei Tankstellen, eine Schule, auf
deren Sportplatz die Erde gerade grün angesprüht wird (??),
ein paar Minishops und Übernachtungsmöglichkeiten - das wars
auch schon. Ehrlich gestanden, habe ich etwas mehr erwartet. Wir gehen
ins BLM Visitor-Center, das sich derzeit noch in einem Baustellencontainer
befindet und erkundigen uns nach den Gulches. Es sei möglich, jedoch
habe die Gravelroad dahin in den letzten Tagen durch den vielen Regen
gelitten; wir sollten sehr vorsichtig fahren und bräuchten mindestens
1 Stunde bis zum Trailhead.
Wir versuchen noch eine Brotzeit zu bekommen - Wurst, Käse und
Äpfel gibt es in guter Qualität zu respektablen Preisen, doch
frisches Brot ist hier nicht zu bekommen. Da wir auf "Knautschbrot"
keine Lust haben, müssen die zwei Bagels von gestern eben ausreichen.
Wir fahren auf die Hole-in-the-Rock-Road, die die ersten 30 Minuten
auch gut zu befahren ist, bis das erste Hindernis auftaucht. Es geht durch einen Wash und dann zwar nur ein kurzes Stück bergauf,
für unser "normales" Auto schon eine Hürde. Beim
ersten Anlauf klappt es nicht, wir "stechen" mit dem Kühler
in die weiche Erde und die Räder drehen durch. Versuch Nr. 2 scheitert
auch, dann probieren wir es mit dem Hinterteil zuerst. Vorher noch mal
die Furchen platt treten, größere Steine wegräumen und
beim 3. Versuch überwinden wir das Hindernis. Das hätten wir
erst mal geschafft, wie sieht es aber danach aus? Die Gravelroad wird
immer dürftiger, etliche tiefe Auswaschungen, viel Vergnügen
bereitet die Fahrt nicht mehr. Als wir endlich die Abzweigung zu den
Gulches erreichen, wird es noch heftiger. Der Weg ist zu einem Drittel
weggespült; selbst für einen 4-WD nicht so ganz ohne. Ein
entgegenkommender Jeep mit zwei jungen Männern hält kurz bei
uns und uns wird geraten, am Rand dieses zerfurchten Weges zu fahren,
was wir dann auch machen.
Als wir fast den Parkplatz des Trailheads erreichen stehen da selbstverständlich nur geländegängige Fahrzeuge; wir sind hier die Einzigen, die aus dem Rahmen fallen. Die gute Stunde hierher hat uns auch jede Menge Nerven gekostet. Jetzt gibt's erst mal Lunch und dann starten wir mit Wasser ausgerüstet zu den Gulches. Irgendwann kommt uns eine Gruppe mit Guide entgegen und von denen bekommen wir zu hören " … schaut euch die zwei an, die sind noch sauber …"; im Peek-a-Boo ist es muddy and wet. Nachdem uns viel Spaß und "enjoy it" gewünscht wird, steigen wir weiter ab; es ist mittlerweile gut warm.
Als wir den Wash erreichen, dem wir zu den Gulches folgen sollen, sehen
wir auch schon zwei Paare vor dem Eingang des Peek-A-Boo stehen, davor
eine ziemlich große Wasserlache. Wir werden noch darauf hingewiesen,
dass es wohl nicht weit hinein gehe, das wollen wir dann doch selbst
sehen. Die Wasserlache ist gut auf Trittsteinen zu "begehen"
und tatsächlich versperrt uns dann nach 50 m in der Gulch ein mit
braunem Wasser gefülltes Potthole das Weiterkommen; wir können
auch nicht abschätzen, wie tief das ist. Wir sehen keine Möglichkeit,
dieses Wasserloch zu überwinden und drehen wieder um. Schade, es
ist nämlich richtig abenteuerlich hier und das macht Lust auf mehr.
Nächste Attraktion ist die Spooky-Gulch; an manchen Stellen so
eng dass Andy gerade noch so durchkommt. Wir gehen so weit wir kommen
und drehen auch da wieder um. Es ist ein wenig schaurig, durch die schmalen
Windungen des Slotcanyons zu schlüpfen. Für Leute mit Platzangst
oder Beklemmungsgefühlen ist das absolut nichts.
Wir gehen noch zum Eingang der Brimstone-Gulch, bis zum Chuck-Stone,
nur um uns den Einstieg anzusehen; dort geht es 3 m nach unten und ohne
Seil oder andere Hilfsmittel nicht mehr hinauf. Sieht nicht gerade einladend
aus und ist absolut nur für Leute mit Kletterausrüstung und
entsprechender Erfahrung.
Wir treten den Rückweg an; immerhin liegt noch ein ganzes Stück Wegstrecke auf der Gravelroad vor uns, es klappt besser als erwartet. Der kleine Absatz, der uns am Herweg zu schaffen machte, wird gut und ohne Schaden überwunden.
Ein Halt noch am Devils Garden, den wir noch ausgiebig erkunden und
auf den Felsen herumklettern. Hier gibt es einen ganz idyllischen Grillplatz;
im nächsten Jahr werden wir das einplanen und uns da was brutzeln.
Wir nehmen wieder Fahrt auf, Ziel ist Panguitch.
Die Fahrt dorthin ist
sehr schön, die Landschaft wechselt ständig, irgendwann gibt
es sogar saftige Wiesen. Wir nähern uns dem Bryce Canyon und bereits
an der Straße sind ein paar Felsnadeln in spektakulären Farbschattierungen
- die Sonne lässt diese so richtig leuchten - zu sehen.
Die Straße nach Panguitch führt durch den Red Canyon; auch
ganz hübsch anzusehen. In Panguitch suchen wir erst mal eine Bleibe;
das erste ist uns nicht gut genug, das Marianna Inn auch nicht und wir
landen schließlich im Best Western. 66,60 incl. Tax p. night mit
Frühstück.
Nachdem wir uns im Supermarkt mit Vorräten versorgt haben gehen wir essen; das Restaurant hätte ebenso zu DDR-Zeiten existieren können; die Einrichtung sieht jedenfalls danach aus und das Essen haut uns nicht gerade um. Jetzt wissen wir wenigstens, was sich hinter einem breaded Countrysteak verbirgt - eine Art paniertes Fleischküchle (für Nichtbayern - Bulette). Den Abend lassen wir mit Fernsehen und Tagebuch- sowie Kartenschreiben ausklingen.
Gefahrene Meilen: 209
14. Tag / Panguitch - Bryce Canyon - Panguitch
Freitag 24. September
Um 8 h sitzen wir beim Frühstück und werden
von einem 3-fachen Vater angequatscht, woher wir denn sind und was wir
so machen. Als er seinen 3 kleinen Jungs erklärt - hey, die sind
aus Germany, wow - lässt das die Knirpse kalt, die machen lieber
Blödsinn und verstreuen ihre Fruitloops in alle Richtungen.
Es ist ziemlich frostig; auf dem Auto liegt eine dünne Eisschicht.
Erster Halt ist das Visitorcenter, wo wir uns erstmal einen kurzen Video
über den Bryce Canyon ansehen. An einer Infotafel ist zu lesen,
dass die Cottonwood-Canyon-Road impassable ist; also hat der Regen die
wohl auch ganz schön zugerichtet.
Wir fahren zum Sunrise-Point und staunen über die
farbenprächtigen Felsnadeln. Sie strahlen in der Sonne und sehen
spektakulär aus. Weiter zum Sunset-Point, wo wir den Navajo-Trail
hinunter steigen. Um kurz vor 10.00 h ist hier schon jede Menge geboten;
die engen Serpentinen des Navajo-Trail steigen wir im Gänsemarsch
ab. Andy juckt der Fotofinger und er knipst was der Speicher hergibt.
Der Navajo-Trail kann mit dem Queens-Garden-Trail kombiniert werden,
den wir dann innerhalb von 2 Stunden gehen. Also nicht von den Zeitangaben
in den NP-Führern irritieren lassen, da wird dieser Trail mit 4
h angegeben - wir haben uns jede Menge Zeit gelassen. Nach einer ausgiebigen
Lunch-Pause mit vielen Squirrels, die nur darauf warten, dass mal was
ungewollt herunterfällt - leider Pech gehabt - fahren wir die Viewpoints
ab und genießen von jedem die Aussicht.
Letzter Stopp ist an der Bryce Canyon Lodge, die sehr rustikal und schön
aussieht; es gibt dort sogar ein kleines Postoffice. Im Giftshop ersteht
Andy einen Rangerhut und wir treten den Rückweg an.
Im Red Canyon noch ein paar Fotos und dann ins Motel. Es gibt nebenan
eine public library, der wir später einen Besuch abstatten und
den kostenlosen I-Net-Zugang nutzen, um für Las Vegas ein Motel
zu buchen. Hotels wie das Sahara, Stratosphere und etliche andere sind
ausgebucht und die noch Zimmer hätten, sind ziemlich teuer, also
entscheiden wir uns fürs Motel 8 für zwei Nächte.
Abendessen gibt's in einem Pizzaladen; als wir uns dorthin zu Fuß aufmachen, werden wir wie Außerirdische betrachtet; auch wenn's nur 50 m um die Ecke geht; hier geht keiner zu Fuß; wir haben uns wieder mal geoutet.
Gefahrene Meilen: 90
15. Tag / Panguitch - Cedar Breaks - St. George
Samstag 25. September
Morgens scheint die Sonne, es hat gerade mal 0 °C, wieder Frost auf dem Auto und wir schlottern, als wir nur die 10 m über den Hof zum Frühstücken gehen. Es ist heute fast nichts los, die meisten gehen zum all-you-can-eat-breakfast im Lions Club für 5 $ p.P.. Die drei Paare, die gerade noch nen' Kaffee geschlürft haben stehen gerade auf, als wir kommen.
Dann
Zimmer räumen, die Schlüssel zurückgeben und der ältere
Herr an der Rezeption entgegnet ein nettes oki doki, als sei er einer
Rolle in Disney-World entsprungen. Wir nehmen nicht die 89 - ein super
Straßenschild weist extra noch mal darauf hin - This is not 89
- zum Lake Panguitch, auf dem Weg dorthin liegen etliche tote Deers
am Straßenrand. Der Lake ist nicht gerade spektakulär, hatte
wohl schon mal wesentlich mehr Wasser, auf dem jede Menge Pelikane schwimmen.
Alle, die hier eine Angelrute besitzen sind unterwegs zum See und Würmerbaden.
Weiter geht's zum Cedar Breaks National Monument. Zum
Teil ist der Wald herbstlich bunt gefärbt, 80 % der Bäume
sind jedoch krank bzw. abgestorben. Als wir beim Zahl- bzw. Ausweisvorzeigehäuschen
ankommen fragen wir den Ranger, der aussieht wie einer von den Amishpeople,
was Ursache für das Aussehen der Bäume ist. Er hält uns
ein Marmeladenglas mit lauter toten Käfern unter die Nase, die
die Bäume hohl fressen. Lecker! Getan kann dagegen gar nichts,
außer die kranken Bäume zu fällen und zu verbrennen.
Wir
gehen zum Aussichtspunkt der ca. 10.000 und noch ein paar Füße
hoch liegt und sehen den Bryce Canyon im Ultrakleinformat; ganz nett,
aber überhaupt nicht so spektakulär. Unser Reiseführer
hatte recht; ganz nett, wenn's auf dem Weg liegt, ansonsten lohnt der
Umweg nicht. Wir werfen noch einen Blick ins Visitorcenter, eine rustikale
Blockhütte mit eingeheiztem Ofen! Es gibt allerlei interessante
Dinge; noch mal einige Schaukästen über die geologische Entstehung
der Felsnadeln, das hier vorkommende Gestein, über Tiere die hier
leben und etliche Bücher; eines davon über den Stand der Sterne
in den jeweiligen Monaten, ein Nationalpark-Monopoly-Spiel, Poster etc..
Wir ziehen weiter, es geht wieder bergab nach Cedar City.
Dort sind wir um 10.00 und fahren erst mal die Straße rauf und
runter; kein Saveway zu sehen und kein Walmart. Dafür aber ein
Museum, das wir uns ansehen. Es handelt von den ersten Siedlern hier,
der Eisengewinnung und vielen Erinnerungsstücken aus dieser Zeit.
Es gibt jede Menge alte Fotos, Kutschen, Einrichtungsgegenstände,
Ackergerät, einen alten Webstuhl, auf dem Fleckerlteppiche entstehen,
Druckmaschinen usw. Es ist ganz interessant, auch wenn wir Einiges,
was an den Schautafeln zu lesen ist, nicht so ganz genau verstehen.
Die Gewinnung von Mineralien und die Verarbeitung zu Eisen hat diesen
Ort wohl letztlich so groß entstehen lassen.
Es ist vor 12.00 h als wir gehen und wieder mal von einem älteren
Ehepaar angesprochen werden. Aufhänger des Gesprächs ist Andys
New Zealand T-Shirt und die Frage, ob das Museum nice und zu empfehlen
ist. Wie immer will man wissen, woher wir sind und was wir hier so machen.
Als wir aufs Wandern kommen, wird uns vom Horrorabenteuer des jungen
Mannes erzählt.
Wir müssen uns buchstäblich losreisen, denn unsere Mägen
knurren und wir steuern Godfathers Pizza an, da gibt's für 4,99$
Pizza- und Salatbuffet. Als wir parken, fällt unser Blick auf den
danebenliegenden Trödelladen, der heute einen Supersale hat. Vorne
draußen steht allerhand Schmiedeeisernes und Wetterhähne
aus Kupfer, als wir eine alte US Kavallerie Trompete entdecken ist Andy
Feuer und Flamme. Für sage und schreibe 24$ muss dieses Ding mit.
Im Ladeninneren gibt es alles Mögliche, wohl auf von den ersten
Siedlern hier; Leinenbettwäsche, Silberbesteck, Geschirr, alte
Nummernschilder - kurzum, alles was ein Herz begehren kann. Als wir
den Laden verlassen sind wir um etliche Dollar leichter; es mussten
noch ein paar Silbergabeln und Löffel mit sowie Nummernschilder
und nicht zu vergessen das Prunkstück - die Trompete. Wir bekommen
sogar nochmal auf alles Rabatt - wenn das kein Schnäppchen ist.
Jetzt gibt es erstmal was zu Futtern. Das Gebäude war früher der Bahnhof und es sieht darin noch ein wenig so aus; an den Wänden hängen viele Schwarz-Weiß-Fotografien, die darauf hinweisen. Wir fragen noch, ob es hier einen Walmart gibt und den gibt es auch, in der entgegengesetzten Richtung. Dort müssen wir hin, wieder ein Riesenladen, in dem wir uns die nächsten 1,5 Stunden aufhalten und wie sollte es anders sein, auch darin verlieren. Als ich zur Kasse gehe, immer noch keine Spur von Andy, ich lasse ihn sogar ausrufen, aber das hört er nicht - wieso auch, wieso sollte gerade er damit gemeint sein? Ich gehe zum Auto, wieder zurück, werde erstmal angemotzt, dass ich für meinen Einkauf einen Aufkleber auf der Tüte haben muss, sonst könnte ich ja was mitnehmen - ich will doch nur vor den Kassen warten? Egal, der Aufkleber muss drauf. Nach einer guten halben Stunde taucht er dann aus der Versenkung auf; hat ihn wieder mal einer angequatscht wegen seinem T-Shirt (wenn Euch das auf den Keks geht, dann tragt bitte Uni-T-Shirts).
Es geht weiter nach St. George, zum Outlet-Store, aber vorher erst mal ein Motel finden. Das Days Inn ist soldout, das Howard Johnes sieht zwar klasse aus, die wollen aber 75 $ o. Tax, weiter zum Super 8. Von außen sieht es nicht gerade klasse aus, innen ist es aber ordentlich und sauber, das Zimmer gibt es für 61 $ + Tax. Es ist Wochenende und ind er Stadt gibt es ein Rugby- und Tennisturnier, deshalb die etwas höheren Preise. Wir laden aus, machen uns frisch und starten ins Outlet zum shoppen. Um 19 h sind wir so was von erledigt, essen noch orange-flavoured-chicken beim Panda Express und dann zurück zum Motel. Morgen geht's schon mal zum Zion und weiter nach Kanab; mal sehen, was am Sonntag im Zion geboten ist.
Gefahrene Meilen: 132
16. Tag / St. George - Zion - Coral Pinks Sand Dunes - Kanab
Sonntag 26. September
Wir lassen uns heute mal ein wenig Zeit; die letzte Nacht war sehr kurz, da bis 2 Uhr morgens ständig jemand über uns herumgetrampelt ist und wir dachten, die Decke stürzt ein. Frühstück gibt es keines mehr, obwohl es uns gestern "versprochen" wurde. Also eben nur Kaffee und Tee; nebenan bei Albertsons versorgen wir uns mit Proviant. Es geht zum Zion NP, die Fahrt dorthin dauert ca. 1 Stunde und geht durch stetig wechselnde Landschaft; um St. George ist es eher karg und öde, als wir näher zum Zion kommen, gibt es ein grünes Tal - Grund dafür ein kleiner Fluss.
Es wird immer nebliger und diesiger, wir können uns das nicht erklären; die Sicht wird richtig schlecht; Andy meint, Rauch zu vernehmen - ich rieche nichts. Am Eingang zum Park ist wahnsinnig viel los, wir stehen erst mal in einer Autoschlange und werden am Kontrollhäuschen vehement zum Parkplatz am Visitorcenter geschickt. Der Parkplatz ist gut voll, wir finden aber noch ein Plätzchen und gehen ins Center. Dort liegt ein Infoblatt aus, dass im Park die nächsten 3 bis 5 Tage ein kontrollierter Brand in Gang gehalten wird, der diesen Qualm und die schlechte Sicht verursacht. Ein ganzer Teil des Parks, die Ost-Trails sind deshalb nicht begehbar. Schade, denn wir hätten gerne den Hidden-Canyon-Trail gemacht. Der Canyon-Lookout-Trail am Ausgang ist ohne weiteres begehbar und da fahren wir jetzt hin. Für morgen gilt dieselbe "Aussicht", ab 11.00 h dreht vermutlich der Wind und die Sicht wird eventuell besser, dies aber ohne Gewähr. Die Horden von Menschen hier sind "beengend" und dass wir heute hier nichts unternehmen können, enttäuscht uns etwas. Der Zion NP ist wirklich majestätisch und ich finde ihn ausgesprochen schön, schon allein die Namen der jeweiligen Berge sind awesome.
Im
Convoy geht es zum Canyon-Overlook-Trail; vor dem Tunnel erst einmal
warten, bis wir durchfahren können, da nur einspurig befahrbar.
An einer hohen Felswand entdecken wir Kletterer; dass das hier überhaupt
möglich ist, denn ich denke, das Gestein ist dafür zu porös
und brüchig. Wir marschieren zum Overlook, mit Turnschuhen überhaupt
kein Problem, es kommt uns wieder mal ein Paar mit Flip-Flops entgegen.
Nach 20 Minuten sind wir da und können die Aussicht, die nun wesentlich
besser ist, auf einen Teil des Parks genießen. Hier bekommen wir
schon mal einen ersten Eindruck und wir finden, dass sich der kurze
Ausflug lohnt.
Wir gehen noch zum Eingang des Canyons, der direkt unter der Brücke
liegt. Von dort hatten wir beim Aufstieg zum Canyon-Overlook-Trail Stimmen
gehört. Ein sehr netter Mann aus Salt Lake, wie er uns später
erzählt, steht im Neoprenanzug am Eingang und wartet darauf, dass
er sich abseilen kann. Es ist eine ganze Gruppe unterwegs, die den Canyon
in ca. 5 Stunden durchqueren. Ohne Kletterausrüstung geht hier
gar nichts; der erste Absatz ist schon ca. 4 - 5 m tief. Das würde
mir auch richtig Spaß machen. Wir treten den Rückweg zum
Auto an, fahren weiter Richtung Kanab, halten noch an der Checkboard-Mesa,
einem Berg mit von der Witterung eingezeichnetem quadratischen Muster.
Wir kommen an einem Campingplatz für Wohnmobilie vorbei und entschließen uns, hier unser Lunch einzunehmen. Da niemand im Office anzutreffen ist, den wir um Erlaubnis fragen könnten, einen der Picknicktische zu benutzen, packen wir mal aus. Von hier aus sieht man eine riesige aufsteigende Rauchwolken, die sich schon großflächig am Himmel verbreitet haben. Als wir dann weiter Richtung Kanab fahren, halten wir immer wieder mal an, um die Rauchsäule zu betrachten; man kann sogar die Flammen ausmachen.
Um 14.00 h erreichen wir Kanab, Page liegt gar nicht mehr so weit entfernt - Heimatgefühle? Kanab ist einer der kleineren Orte, wir fahren zum Super 8 um nach einer Bleibe zu fragen. Die kostet hier mit Triple-A-Rate 71 $ + Tax, das ist nicht gerade günstig. Da wir zu verstehen geben, wir würden uns noch woanders umsehen, meinte der Rezeptionist er hätte hier den schönsten Pool und ein super tolles Frühstück und was wir denn zu bezahlen bereit wären. Als wir dann 60 bis 65 $ nennen, bietet er uns das Zimmer für 65,88 $ inkl. Tax an und wir können gleich einziehen. Das ist o.k., wir räumen das Auto aus, das Zimmer ein und begeben uns zum Pool. Der sieht gut aus, im Gegensatz zu den schon sehr betagten und demolierten Poolliegen - diese sind mit Plastikbändern bespannt und bei den meisten fehlen die Bänder der Sitz- und Liegefläche. Das Wasser sieht einladend aus, ist aber eisig kalt - es dauert ewig, bis wir uns zu 3 Bahnen schwimmen völlig hinein begeben. Als wir wieder draußen sind, prickelt die Haut wie Nadelstiche, ein Zehentest des hot tub dagegen gleicht einer Verbrühung. Wir legen uns zum Aufwärmen in die Sonne, bis irgendwann der 13 jährige Sohn des Motelbesitzers kommt und uns dabei eine Weile zusieht, bis wir ihn bemerken. Where are you guys from? Er kanns nicht fassen, dass wir im Pool waren; er sitzt im hot tub. Die Deutschen wieder!
Auf
dem Programm stehen noch die Coral Pink Sanddunes im Sonnenuntergang.
Gegen 17.30 h sind wir dort und wirklich, mitten in der Prärie
erheben sich zwei riesige rote Sanddünen. Die Sonne ist mittlerweile
im Rauchgürtel vom Zion und es herrscht ein seltsam diffuses Licht.
Es regnet buchstäblich Asche, klar das Zeug das aufsteigt, muss
auch irgendwo wieder runterkommen. Schuhe aus und durch den Sand auf
die Düne, auf der schon zwei Männer stehen und im Scherz meinen,
wir sollen doch zur nächsten gehen, diese wäre die ihre und
schon sind wir in einem netten Gespräch, auch wenn es immer wieder
die gleichen Fragen sind, die wir beantworten - von mal zu mal geht
das besser und die Worte fallen einem auch ein, die man sagen will.
Nach einer halben Stunde gehen wir wieder zurück und entdecke auf
dem Rückweg kleine Moqis im Sand; sie sind kaum von den Hinterlassenschaften
einiger Deers zu unterscheiden. Es gibt noch einen ganz tollen Sonnenuntergang
und es kommen immer mehr Leute, um diesen zu fotografieren. Es ist nach
19.30 h als die Sonne nicht mehr zu sehen ist und wir wieder retour
nach Kanab fahren. Abendessen gibt es nebenan im Chinarestaurant; wir
werden vom Sohn des Motelbesitzers bedient, der sich hier sein Taschengeld
aufbessert. Das Ambiente ist ganz nett und das Essen gut. Da morgen
die Narrows auf dem Programm stehen, lassen wir heute das Fernsehen
mal aus.
Gefahrene Meilen: 133
17. Tag / Kanab - Zion - The Narrows - Hurricane
Montag 27. September
7.00 Uhr ist es, als wir zusammenpacken und zum Frühstück in die Lobby marschieren. So supertoll wie es uns gestern angepriesen wurde, ist es nicht - die Krönung, ich kippe mir erst mal ne Ladung Milch auf die Hose, weil weder Tabletts noch ein Tisch zum Abstellen verfügbar sind. Des weitern sind drei deutsche Gäste anwesend, die sich lautstark in einem zehennägelaufrollenden Dialekt unterhalten und das auf nüchternen Magen - ne, das ist zuviel für den Morgen.
Wir verlassen den Ort des Geschehens, gehen noch Proviant
besorgen und machen uns auf zum Zion NP. Von weitem ist die riesige
Rauchsäule des Brandherdes zu sehen. Wir erreichen um kurz nach
9.00 h den Zion Adventure Company Shop in Springdale, um uns Neoprenschuhe
und Socken auszuleihen - der Preis ist nicht ohne, 16 $ p.P., inbegriffen
ein großer Wanderstock zum Abstützen, während man das
Flussbett quert.
Es gibt eine kurze Einweisung, worauf wir achten müssen - jetzt
wissen wir auch was pee und poo bedeutet. Weiter zum Visitorcenter-Parkplatz,
der heute im Vergleich zu gestern richtig leer ist. Rucksack geschnürt
und auf zum Shuttlebus. Die 45 Min. Fahrtzeit bis zum Trailhead erhalten
wir von der Busfahrerin über Lautsprecher Hinweise, was es hier
alles zu sehen und zu bestaunen gibt.
Endlich sind wir am Wendepunkt Temple of Sinawava angekommen
und marschieren den Gehweg bis zum Ende, wo es dann ins Flussbett des
Virgin River geht. Hier sind noch viele Wanderer unterwegs, allerdings
gehen nur wenige zu den Narrows, was uns sehr gelegen kommt. Das Wasser
empfinden wir dank Socken und Schuhen als überhaupt nicht kalt,
auch während der gesamten Tour - und die dauert mit kurzer Unterbrechung
6 Stunden. Da wir uns sehr drauf konzentrieren müssen, wo wir hintreten
- manchmal sind die Steine glitschig und die Wassertiefe ist nicht so
einfach abzuschätzen - kann man den Canyon nicht so gut genießen
wie ich mir das vorgestellt habe, das habe ich zumindest so empfunden.
Andy
fotografiert sehr viel und hält alles Sehenswerte fest. Ich habe
überhaupt kein Zeitgefühl, wie lange wir bereits unterwegs
sind. An einer Stelle glauben wir, nicht weiterzukommen, da das Wasser
hüfthoch tief zu sein scheint; wir versuchen die Stelle zu umgehen
und auch da geht uns das Wasser bis zum Oberschenkel. Na macht nichts,
es geht auf jeden Fall weiter. Ein Paar, das uns vor kurzem entgegen
kam, hat an dieser Stelle kehrt gemacht. Es kommen uns 3 junge Männer
entgegen, die wir fragen, wie weit es noch bis Big Spring sei; sie meinen
ca. ½ Meile. Das können wir noch schaffen; als wir jedoch
20 Minuten später zwei Männern begegnen, meinen die, es sei
noch über 1 Stunde Wegmarsch - was sollen wir jetzt glauben? Sie
haben jedenfalls die "Wasserfälle" mit der Digitalkamera
fotografiert und zeigen uns die Bilder im Display; wir könnten
ja dann entscheiden, ob wir noch hin wollen und was uns entgeht, wenn
nicht. Da ich die Bilder nicht so überragend finde, beschließen
wir, hier eine kurze Pause einzulegen, einen Snack zu nehmen - immerhin
ist es schon nach 13.00 h und dann umzukehren.
Wir wollen unbedingt noch in den Orderville Canyon, der wurde uns vom
Adventure Shop wärmstens empfohlen. Als wir uns hinsetzen, um ein
wenig auszuruhen, spüren wir, die Anstrengung in den Beinen ganz
schön und nach kurzer Zeit fehlender Bewegung beginnen wir zu frösteln
- in den Canyon dringt nur an wenigen Stellen die Sonne, überwiegend
geht man hier im Schatten. 15 Min. später treten wir den Rückweg
an und obwohl wir glauben, den Weg zu kennen, kommt immer wieder eine
Biegung, die man glaubt vorher noch nicht gesehen zu haben.
Endlich erreichen wir die Abzweigung zum Orderville Canyon,
die wir nun noch bis zur Guillotine gehen wollen. Dieser Canyon ist
viel reizvoller als die Narrows, da hier der Flusslauf sehr klein ist
und der Canyon viel schmäler ist. Die Dropoffs können wir
zu zweit gut überwinden, wer oben ist, reicht dem anderen die Hand;
ist man alleine und nicht so geschickt im klettern, so wird das auf
Dauer zu mühselig. Viele kehren auch beim ersten Hindernis wieder
um und wissen nicht, was sie verpassen. Wir sind beide ziemlich erledigt,
doch ich möchte unbedingt bis zur Guillotine und kann Andy dazu
überreden, jetzt nicht aufzugeben. Ein paar Biegungen noch, ich
höre immer deutlich Wasserrauschen, wie von einem Wasserfall und
es dauert auch nicht mehr lange, dann sind wir da und - es hat sich
gelohnt! Zwischen den Felsen hängt ein riesiger Dropstone wie ein
Fallbeil und unten ist nochmal ein großer Absatz, wo das Wasser
drüberrauscht - wirklich toll anzusehen und wir froh, es bis hierher
geschafft zu haben. 
Nach kurzer Pause treten wir nun endlich den Rückweg an. Als ich mich bei einem Absatz mit der Tiefe des Wassers in einem Potthole verschätze, komme ich ins stolpern und nehme ein unfreiwilliges Bad. Klasse, ich bin klatschnass nur der Rucksack hat nichts abbekommen. Wie eine getaufte Maus marschieren wir noch über eine Stunde bis zum Bus zurück.
Als wir im Bus gen Visitorcenter fahren merken wir, wie erledigt wir sind - welche Wohltat, endlich aus den Schuhen zu schlüpfen und die warmen Sonnenstrahlen zu genießen. Ich bin halbwegs trocken, lege mir vorsichtshalber noch ein Handtuch auf den Autositz und es geht zurück zum Schuhe abgeben und nach Hurricane, wo wir im Days Inn für 39,95 $ + Tax eine Bleibe finden; mit Pool, Hot Tub und Internet for free. Nach ausgiebiger Körperpflege geht es noch zu Wendys zum Essen und dann nur noch relaxen. Für heute ist's gut!
Gefahrene Meilen: 76
18. Tag / Hurricane - Valley of Fire - Las Vegas
Dienstag 28. September
Heute können wir den Tag wieder etwas geruhsamer angehen, nach dem üblichen morgendlichen Procedere fahren wir wieder Richtung St. George und da auf die Interstate Richtung Las Vegas. Der Virgin River läuft ein Stück lang neben der Autobahn; in dem sind wir gestern stundenlang mühsam gewatet. Die Landschaft ist schon hier sehr karg und als wir die Grenze nach Nevada überqueren tauchen die ersten Werbetafeln mit Hotels und Casinos auf.
Das
Valley of Fire ist unser Ziel, welches wir um 11 h nach UT-Zeit erreichen;
in Nevada ist es erst 10.00 h. Es ist irre heiß für unsere
Begriffe, über 30 °C. Als wir die 6$ Eintritt bezahlt haben,
wollen wir uns den Elephant Rock ansehen und marschieren durch die flirrende
Hitze, nur sehen können wir ihn nicht. Der Witz, als wir unverrichteter
Dinge wieder im Auto sitzen und weiterfahren, sehen wir das gesuchte
Objekt direkt von der Straße aus! Nächster Halt ist ein Stück
eines versteinerten Baumstammes. Ein Schild daran ist irre komisch "Do
not disturb petrified wood" - geht auch gar nicht, da das Stück
gut eingezäunt ist. Ein lohnender Ausflug, wenn man auf dem Weg
nach Las Vegas ist. Die Felsformationen sind wieder sehr beeindruckend,
entweder völlig durchlöchert oder bröckelig, wers nicht
selbst gesehen hat, dem kann man es auch nur dürftig beschreiben.
An den Seven Sisters - 7 Felsen als Gruppe angeordnet gibt es überdachte
Picknickplätze; Andy macht ein paar Fotos, ich ziehe es vor, im
kühlen Auto sitzen zu bleiben; die Hitze macht mir heute zu schaffen.
Nächster Stopp ist am Visitorcenter. Hier erfahren wir, dass es
hier vor x-Millionen Jahren ein Meer gab, was die vielen Fossilienfunde
beweisen. Also alle Hügel und Felsen waren unter Wasser - können
wir uns nicht vorstellen, auch dass hier, als es kein Meer mehr gab,
Menschen gelebt haben sollen, Ur-Ur-Ur-Vorfahren der Anasazi, was wiederum
Petroglyphen beweisen.
Interessant, was es hier über Edgeschichte,
Geschichte sowie Tier- und Pflanzenwelt zu erfahren gibt. Man kann hier
auch viele Wanderungen machen, doch dafür ist es uns heute einfach
zu heiß und wir noch von gestern k.o.Unser Lunch nehmen wir an
einem der überdachten Picknickplätze bei den White Rocks ein.
Danach klappern wir die Sehenswürdigkeiten, die sowieso
auf dem Weg zum Parkausgang liegen, noch ab und es geht wieder auf die
Interstate, die uns nach Las Vegas bringt. Schon von weitem kann man
das Zentrum der City erkennen. Der Verkehr nimmt zu und schon befinden
wir uns auf der mehrspurigen Autobahn, die ins Zentrum führt.
Der
Stratosphere Tower liegt am Strip, den wir entlang fahren. Es ist früher
Nachmittag und jede Menge los; wie wird es da erst am Abend? Nach ein
wenig Suchen und Fragen nach der Koval Lane finden wir auch das Super8
Motel, in dem wir zwei Nächte verbringen werden. Wir sind jedoch
zu früh dran und machen noch einen kurzen Abstecher ins Paris,
wo wir uns ein wenig umsehen.
Eine Stunde später geht es wieder ins Motel und jetzt stehen jede
Menge Leute an. Nochmal eine halbe Stunde warten, bis wir alle Koffer
aufs Zimmer bringen und uns eine Dusche genehmigen können. Nach
kurzer Erholung stürzen wir uns gegen 18 h ins Getümmel.
Im
Sahara gehen wir Buffetessen; das ist für 7,99 $ zwar billig, besonders
ist es hier nicht. Nächster Stopp ist das Parkhaus vom Mirage und
die Show beim Treasure Island. Um 20.30 h ist die nächste Vorstellung,
also 1 Stunde warten, oder keinen guten Platz mehr bekommen. Wir entscheden
uns fürs Warten, der Platz füllt sich, es geht auf 20.30 h
zu und dann Durchsage, wegen Windaufkommen bittet man um weitere 15
Minuten Geduld. 15 Minuten später wieder Durchsage, nochmals 5
Minuten warten, dann endlich die Pleite - es findet nicht statt. Um
22 h ist die nächste Show, zu der wir gerne kommen können.
Grrrmpfffff!
Nächster
Stopp im Venetian, wo wir uns erst mal umschauen, was es alles zu sehen
gibt. An den Slotmachines spielen wir um 3 $, bekommen aber in der Zeit
reichlich Getränke und das ist es uns wert. Wir wechseln noch zum
Mirage hinüber, sehen uns den weißen Tiger hinter Glas an,
der etwas bedripst aussieht - wegen Roy? Das Tropenhaus mit Wasserfall
ist sehenswert, ebenso wie das riesige Meerwasseraquarium hinter den
Tresen der Rezeption. Den Vulkanausbruch nehmen wir auch noch mit und
dann geht es zurück zum Auto, ich fühle mich geplättet.
Wir fahren zurück ins Motel und kriechen in die Koje. Nach soviel
Natur und einsamen Gegenden ist diese Stadt schon sehr gewöhnungsbedürftig.
Gefahrene Meilen: 64
19. Tag / Las Vegas
Mittwoch 29. September
Es ist bereits 9 h, als wir aufstehen ein kurzes Frühstück auf dem Zimmer einnehmen und dann zu einem Computerfachgeschäft fahren, wo Andy Preise mit Germany vergleichen möchte. Dank eines Stadtplanes aus irgendeinem Werbeheft finden wir gut hin. Während Andy sich der Computerwelt widmet, besorge ich in aller Ruhe im Supermarkt nebenan ein paar Sachen. Noch ein kurzes Telefonat mit der Heimat, wo es ungemütlich kalt ist und regnet - hihi - und Andy kehrt auch schon zum Auto zurück; alles teurer als bei uns. Das Premium-Outlet lockt und dort geht es jetzt auch hin. Bis auf ein paar wenige haben wir so ziemlich alle Läden durchbummelt; Andy ist in Kauflaune und hat am Ende zig Tüten; ich dagegen nur eine und da soll mal einer sagen, Frauen wären konsumsüchtig. Mit einer Mittagspause gegen 13.30 h bei einem Chinastand sind wir sage und schreibe 6 Stunden unterwegs gewesen! Zurück ins Motel, ein wenig Ausruhen, umziehen und um kurz nach 18 h geht es wieder an den Strip.
Wieder zum Treasure Island; diesmal warten wir nur 30
Minuten bis zum Showbeginn. Wir haben einen guten Platz, von dem wir
beide "Becken" überblicken können und heute geht
es pünktlich los. Die Sirenen - wohlgeformte Frauen in Lackleder
- singen und tanzen bis die Hispaniola einläuft und letztlich von
den Damen zum Sinken gebracht wird. Das Ende der Show mit viel Musik,
Tanz und Lichteffekten endet mit einem kleinen Feuerwerk - nach 20 Minuten
ist alles vorbei.
Es geht den Strip entlang zum New York New York, nicht
ohne dass Andy jede Menge Fotos verknipst. Die Hotels sind schon von
außen sehenswert, von innen noch viel mehr. Im New York angekommen
erfahren wir, dass es hier kein Buffet gibt, da müssten wir gegenüber
ins MGM, was wir dann auch machen. Der Preis ist nicht so günstig
wie gestern, pro Person berappen wir 21,99 $, dafür haben wir ein
schönes Ambiente, Teller aus Porzellan, richtige Gläser und
eine exquisite Auswahl an Speisen und es schmeckt vorzüglich. Hier
geht es auch angenehmer zu als im Sahara; kein Gehetze und kein absurdes
Telleraufhäufen, bis nichts mehr darauf Platz hat. Anschließend
probiert Andy noch ein paar Slotmachines aus und hat jedes Mal Glück,
seinen Einsatz zu verdoppeln - ich dagegen gehe jedes Mal leer aus.
Wir treten den Rückweg an und sehen uns noch in diversen Läden
um, lassen uns vom Wasserfontänenspektakel des Bellagio beeindrucken
und zurück zum Auto, das wir im Ventian geparkt haben. Im Parkhaus
suchen wir und finden erst mal nichts, wir haben uns das Deck gemerkt,
es sieht aber völlig anders aus. Ein Druck auf die Alarmanlage
zeigt uns dann, wo unser Pontiac steht; richtig waren wir schon, doch
in die falsche Ecke gelaufen. Bei den riesigen Parkflächen kein
Wunder. Zurück im Motel schmerzen die Füße mehr, als
nach einigen letzten Märschen in der Natur und kurze Zeit später,
sind wir bereits eingeschlafen.
Gefahrene Meilen: 8
20. Tag / Las Vegas - Death Valley - Bishop
Donnerstag 30. September
Wir lassen uns Zeit beim Motelauszug, verstauen alles
im Auto und es geht erst mal zum Hard
Rock Café; klar Andy braucht auch von hier ein T-Shirt. Zu finden
ist es ziemlich einfach, gleich gegenüber liegt das Hofbräuhaus
- nur leider öffnet das HRC erst um 11.00 h seine Pforten. Lediglich
der Shop ist offen, na dann eben dahin. Nach langem Hin- und Her, weil
die Auswahl an T-Shirts sich ja nicht nur auf 3 oder 4 begrenzt, entscheidet
sich Andy für ein Polo-Shirt, wir lösen den 5 $-Gutschein
aus dem Couponheft vom Motel ein. Wir sehen uns im Eingangsbereich noch
etwas um; da gibt es Puppen in Lebensgröße mit der Originalkleidung
von Kiss, die mich fasziniert und einer der Sänger selbst entworfen
hat sowie Originalbriefe von den Beatles, Madonna und Freddy Mercury.
Wir
gehen ins Hofbräuhaus hinüber und ein Mädel mit asiatischem
"Einschlag" in Dirndl und Turnschuhen führt uns zu einem
Platz. Alles sehr bayrisch, weiß-blaue Servietten, bayrische Deko
an den Wänden, ein Bild vom Kini und what the hell? Obergrainer
Dudelmusik. Die Preise sind gesalzen, doch Andy möchte ein Weißwurstfrühstück
mit Russ und da wir heute noch nichts gegessen haben, gibt es hier ne
Kleinigkeit. Für diesen Imbiss sind wir dann 18 $ irgendwas los;
na was solls, da ich in München noch nie war, dann eben hier.
Wir
sehen uns noch im Hofbräuhaus-Shop um, neben Sepplhut gibt es allen
möglichen Krims-Krams in Kitschvariation. Kein Wunder wenn die
Amis glauben, wir laufen in Bayern den ganzen Tag mit Lederhose und
Dirndl durch die Gegend.
Dann heißt es "Leaving Las Vegas", noch ein Foto vom "Ortsschild" und wir nehmen Kurs auf Death Valley, das wir dann auch bald erreichen.
Wir sind unter der Meereshöhe,
es ist ziemlich heiß und die Luft flimmert. Irgendwie sind wir
heute total k.o. und halten nur mal kurz, um per Fernglas die Sanddünen
zu betrachten und ein paar Fotos zu schießen. Für weitere
Unternehmungen haben wir keine Lust und so fahren wir weiter, ohne die
Klimaanlage einzuschalten (da sonst der Motor gnadenlos überhitzt
wird, wie uns weise Schilder am Straßenrand warnen) wieder stetig
(5.000 feet) die Berge hinauf und auf der anderen Seite wieder hinunter.
Diese Höhenunterschiede sind nicht ohne und machen sich durch ein
flaues Gefühl, so als hätte man die vorherige Nacht durchzecht,
bemerkbar.
Gegen 17 h sind wir im Tal der Alabama Mountains (mit schneebedeckten
Gipfeln) und kehren in Lone Pine bei Carls Junior auf einen 6 $-Burger
ein. Wir beschließen, weiter nach Bishop zu fahren. Im Days Inn
will man für eine Nacht 79 $ haben, das ist uns doch n' büschen
too much und so entscheiden wir uns fürs Motel 8, wo wir ein Riesenzimmer
für 65 $ (o. Tax) bekommen, es hat außerdem eine Laundry,
die ich gleich mal inspiziere. Wir laden unsere Sachen aus und ich gehe
zwei Ladungen Wäsche waschen. Während also die Maschine rumpelt
schreibe ich Tagebuch und Andy geht Milch kaufen, braucht dafür
aber irre lange. Als er zurück ist, berichtet er, einen K-Mart
entdeckt und dort gestöbert und darüber die Zeit vergessen
zu haben. Bis 22.00 h habe der geöffnet und das hört sich
verlockend an, wieder mal zu bummeln. Als die Wäsche fertig ist,
brechen wir auf und gehen shoppen. Andy kauft doch tatsächlich
Walkie-Talkies, damit wir uns in Zukunft in großen Supermärkten
nie mehr verlieren. Bei Taco Bell gibt es noch was zu essen; nach 22.00
h bellt aber auch hier kein Taco mehr, da die schon jetzt am Saubermachen
sind und so brechen wir auch ziemlich schnell wieder zum Motel auf.
Morgen steht der Yosemite N.P. auf dem Programm.
Gefahrene Meilen: 287
21. Tag / Bishop - Yosemite - Fresno
Freitag 1. Oktober
Es ist bereits nach 9 h, als wir aufbrechen und noch ein
Foto von einem in herrlichen Gelbtönen belaubten Baum mit Bergkulisse
im Hintergrund fotografieren. Kaum hat Andy das Foto "im Kasten",
schon hält ein weiteres Auto, um dieses schöne Motiv festzuhalten.
Es geht weiter gen' Norden und wir gewinnen stetig an Höhe; die
Berge tragen zum Teil weiße Mützen und sind weiter unten
mit herbstlichen Farbklecksen der Bäume versehen; der stahlblaue
Himmel bildet einen tollen Kontrast. Die gezackten Gipfel ähneln
ein wenig den Dolomiten. Wir kommen an netten kleinen Orten mit hübschen
Holzhäusern vorbei.
Kurz vor Lee Vining, nahe des Monolake, von dem in der
Ferne ein klein wenig zu sehen ist, biegen wir ab zum Tioga-Pass und
es geht bis auf 9.945 feet hinauf. Die Fahrt zieht sich sehr in die
Länge, doch die Umgebung ist sehr schön und wir genießen
sie heute überwiegend vom Auto aus. Gegen 12.30 h erreichen wir
das Visitor-Center im Yosemite-Valley, wo wir erst mal einen Info-Stopp
einlegen. Ein Video zum Thema Bären und wie man sich hier verhalten
soll ist sehr amüsant, jedoch nicht zu unterschätzen. Für
die Kühlbox und Essensvorräte, die jeder wohl bei so einem
Ausflug im Auto hat, gibt es sog. Foodlockers, in denen alles Ess- und
Trinkbare während einer Wanderung eingeschlossen werden soll, wenn
man vermeiden möchte, dass ein Bär das Auto demoliert und
einbricht, um sich von den Leckerbissen zu bedienen. Wir erfahren noch
etwas über die erdgeschichtliche Entwicklung, Gesteinsarten, Fauna
und Flora. Auf dem Weg zum Auto kehren wir noch in einem Souvenirshop
ein und Andy ersteht ein Sweat-Shirt im Sale.
Im Park gibt es auch einen kontrollierten Brand, den man
von der Straße aus sehen kann. Hier sind die Sicherheitsvorkehrungen
für mein Befinden "normal"; jedenfalls darf die Straße
durch das Brandgebiet,
wo es hier und da qualmt ohne Weiteres befahren werden. Wir halten an
einer Parkbucht, wo sich mehrere Leute versammelt haben und gebannt
auf die senkrechte Wand des El Capitan schauen; ein netter Ranger reicht
mir von sich aus sein Fernglas, damit ich die Kletterer, die sich darin
befinden, auch sehen kann. 4 Tage brauchen diese, um den Gipfel zu erreichen.
Beim Gedanken daran, in der Wand nur mit einem Seil befestigt biwakieren
zu müssen, schüttelt es mich. Was machen die denn bitte, wenn
sie mal diverse Bedürfnisse haben?
Nach kurzer verspäteter Mittagspause ist das nächstes
Ziel der Glacierpoint, zu dem es in Serpentinen wieder stetig bergauf
geht. Die Strecke zieht sich fast endlos durch Wald, als wir endlich
die Kreuzung erreichen, an der es nach Fresno geht, sind es von da aus
nochmal 16 Meilen kurvenreiche Strecke. Andy ist etwas flau im Magen,
er fährt aber eisern weiter. Mir kommt es wie eine Ewigkeit vor;
1 Stunde später gegen 16 h sind wir endlich da. Noch ein kurzes
Stück zu Fuß und dann hat man den Half
Dome direkt vor Augen, ein schönes Bergpanorama mit vielen Gipfeln
und zwei kleinen Wasserfällen.
Hier ist ziemlich viel los, alle
wollen die atemberaubende Aussicht genießen. Etwa 12 junge Leute
stellen sich zum Gruppenfoto auf und ich biete dem, der fotografieren
möchte, an, das gerne zu tun, damit er mit aufs Bild kann. Er freut
sich riesig und meint "this would be a big job, but if you like
…". Schließlich fotografiere ich die gleiche Gruppe
mit 7 verschiedenen Kameras, da viele natürlich dieses Bild haben
wollen. Nach 12 Dankeschöns' werden wir als Gegenleistung mit unserer
Kamera fotografiert. An einem weiteren Aussichtspunkt gibt es ein Fernrohr
und wir werden aufgefordert, durchzusehen, da auf dem Gipfel des Half
Dome zwei Leute sitzen - und tatsächlich, irre! Wie sind die da
bloß hinaufgekommen?
Wir treten den Rückweg an und fahren wieder zur Abzweigung, an der wir vorhin vorbeigekommen sind; nach Fresno sind es fast 90 Meilen. Mittlerweile haben wir kurz vor 17 h und sitzen somit noch mindestens 2 Stunden im Auto.
Als der Verkehr dann nach fast zwei Stunden immer dichter und die Straße vierspurig wird, liegt Fresno unmittelbar vor uns. Da wir keine Motel-Hinweisschilder entdecken, fahren wir erst mal auf dem Freeway bis zum Ende der Stadt, um dann etwas gefrustet wieder umzudrehen. Irgendwann entdecken wir dann auch die gesuchten Schilder und die Olive Avenue, die hier Olive Street heißt, ist rasch gefunden. Nachdem wir die Motelpreise vom Motel 8, Motel 6 und Days Inn erfragt haben, entscheiden wir uns für das Days Inn und zahlen für das Zimmer 53,95 $ o. Tax. Wir werden noch darauf hingewiesen, dass sie hier viele Bikergäste hätten; nun da auch so ständig welche durch die Gegend knattern; der Dennys-Laden gleich nebenan scheint ein beliebter Treffpunkt der zweirädrigen Anhänger zu sein, ist das auch schon egal. Wir gehen nebenan noch was Essen, warten ewig, bis wir was zu Beißen bekommen und kehren dann ziemlich erledigt gegen 21.30 h ins Motel zurück. Morgen steht der Sequoia NP an.
Gefahrene Meilen: 291
22. Tag / Fresno - Sequoia NP - Los Banos
Samstag 2. Oktober
Es war eine furchtbare Nacht - ständiges Geknatter von Harleys, so als würden sie direkt vor dem Zimmerfenster vorbeifahren und nochmal extra Gas geben, ständiges Hupen der Railroad; nun wir wurden gewarnt und haben nicht hören wollen.
Andy holt das vermeintliche Frühstück im Office, das lediglich aus Kaffee, Tee, Donuts und Müsliriegeln besteht. Wir tanken noch und dann nix wie weg hier; ich kann keine Harleys mehr sehen. Unterwegs halten wir nochmal an einem Supermarkt, um uns mit Brotzeit zu versorgen.
Es geht weiter und wir fahren und fahren und fahren, nur wir wissen eigentlich nicht wohin. Es gibt keine Wegweiser mehr, wir befinden uns inmitten von Weinplantagen, keine Ortsschilder gar nichts. Also auch schlecht herauszufinden, wo wir denn nun genau sind. Wir fahren also weiter und irgendwann kommt doch tatsächlich mal ein Wegweiser, nur - wir sind total weit von der eigentlichen Straße weg, die wir hätten fahren sollen. Also weiter durch die Pampa bis wir endlich auf einen Highway kommen und uns da wieder Richtung Sequoia orientieren.
Es ist bereits nach 11 h, als wir in den Park fahren.
Nach einem kurzen Stopp im Visitor-Center geht es - ach wie schön
- wieder irre kurvig die Berge hinauf. Wir wollen zum Moro-Rock, einen
Aussichtsfelsen - der auch schon von weitem zu sehen ist. Auf dem Weg
dorthin sehen wir bereits Sequoias; ich war schon von den Redwoods an
der Küste beeindruckt, doch diese Baumriesen sind wirklich beeindruckend.
Der älteste Baum ist 3.200 Jahre alt geworden. Anhand eines "Stammquerschnitts"
kann man auch gut erkennen, wie viel Waldbränden ein Baum ausgesetzt
war; das Wachstum ist nach einem Brand vermindert. Am Moro-Rock gehen
wir die Stufen, die in den Fels gehauen sind, hinauf und - obwohl wir
ja nun die letzten Wochen ziemlich viel zu Fuß unterwegs waren
- bleibt uns fast die Luft weg. Die Höhe ist nicht zu unterschätzen.
Oben angekommen lesen wir auf einer Tafel, dass das Valley, aus dem
wir kommen, vergleichsweise tiefer als der Colorado River liegt und
wir jetzt auf vergleichbarer Höhe des Randes vom Grand Canyon sind;
das erklärt ein wenig, weshalb uns beim Aufstieg die Puste ausgeht.
Das Bergpanorama ist fantastisch; die meisten Gipfel in
der Ferne sind um die 14.000 feet hoch. Ein deutsches Paar fragt uns,
ob wir sie fotografieren - na klar, darin habe ich ja jetzt Übung
und kommen sofort ins Gespräch.
Wir stellen fest, dass wir aus
fast der selben Gegend kommen und tauschen uns aus, wer wo war und was
gemacht hat. Wir steigen zusammen wieder ab, treffen uns dann nochmal
an einem Parkplatz, ehe sich unsere Wege trennen. Die jeweiligen "Attraktionen"
des Parks werden abgefahren, vom Tunnel-Lock, zum Giant, auf dem man
vor etlichen Jahren noch mit dem Auto fahren konnte, zu den diversen
Baumgruppen, zum General-Sherman-Tree und dann zum Visitor-Center. Fahrerwechsel,
damit sich Andy ein wenig ausruhen kann und weiter zum Kings Canyon.
An einem Aussichtspunkt halten wir nochmal an, doch es ist heute nicht
klar und so geht es auch gleich weiter, wieder Richtung Fresno.
Der Rückweg nach Fresno ist bald geschafft; diesmal konnten wir gar nicht falsch fahren und entdecken dann auch, wo wir auf dem Hinweg hätten abbiegen müssen. Als wir wieder an unserem Motel von letzter Nacht vorbeikommen, sind auch dieses Mal wieder die Harleys en masse unterwegs, wir fahren gottlob noch weiter bis nach Los Banos, ca. 100 Meilen von Gilroy entfernt, wo wir morgen so richtig ausgiebig im Outlet shoppen gehen wollen. Wir nächtigen wieder in einem Days Inn, diesmal für 65 $ o. Tax. Im Food-for-Less besorgen wir noch was zu Trinken und gönnen uns heute ein Miller High Life eisgekühlt. Schmeckt jedenfalls mir richtig gut und war gar nicht mal teuer (36 floz für 1.08 $). Der Panda Express ist ebenfalls nebenan, wo es noch ein schnelles Abendessen gibt.
P.S. Seit Bishop fehlt seltsamerweise unser vorderes Nummerschild. Wie konnte das passieren?
Gefahrene Meilen: 274
23. Tag / Los Banos - Milpitas - Millbrae
Sonntag 3. Oktober
Wir lassen uns heute mal Zeit für den morgendlichen Ablauf. Ich marschiere ins Office und erwische gerade noch einen Inder, der heute wohl Dienst hat. Er schließt mir die Türe auf und ich lade ein wenig vom Frühstücksangebot aufs Tablett. Gegen 9.00 h sind wir on the road again nach Gilroy. Die Straße führt noch eine Weile an Baumwollfeldern vorbei, ehe es wieder hügelig und neblig wird; es ist auch ziemlich frisch.
Um kurz vor 10 h sind wir in Gilroy, finden auch gleich das Outlet-Center und ziehen uns erst mal lange Hosen an, weil es immer noch kalt ist. Die Läden machen erst um 10 h auf, also haben wir noch Zeit für einen kurzen Besuch bei Mc Donalds. Wir "arbeiten" uns dann durch die Läden, die hier auch nichts anderes anbieten, als das Outlet Center in Las Vegas; manche Artikel sind hier teuerer. Gegen 14 h haben wir genug vom "outletten", gehen noch eine Kleinigkeit essen und dann zum Walmart, weil wir wegen der vielen erstandenen Dinge noch eine Reisetasche brauchen. Die ist auch bald gefunden und sogar noch sehr günstig.
Weiter Richtung San Francisco und in Milpitas nochmal Zwischenstopp, um uns wenigstens kurz die Mall anzusehen. An einer Tankstelle fragen wir nach dem Weg und finden dann auch gut hin. Auch hier gibt es die gleichen Läden, wie in den Outlet Centern, wir schlendern nur mal durch und bleiben an einem wirklich irre Horrorladen hängen, wo wir uns all die abartigen Sachen ansehen. Bei einem China-Stand gibt es Abendessen und dann brechen wir endgültig nach San Francisco auf. Die Motelsuche in Flughafennähe gestaltet sich nicht so einfach; nachdem wir bei drei Versuchen kein Zimmer bekommen haben, rufen wir vom Motel 6 das Days Inn in Millbrae an und da ist noch was zu haben. Es geht nochmal 2 Meilen retour, das Motel ist schnell gefunden. Für 65 $ o. Tax checken wir bei einem unfreundlichen Asiaten ein. Das Zimmer ist klasse, doch der Nachteil - unsere Nachbarn veranstalten mitten in der Nacht einen Heidenradau und das geht eine ganze Weile so. Erst hämmert Andy an die abgeschlossene Tür zum Nebenzimmer, nach kurzer Zeit geht es wieder los und ich bin an der Reihe. Irgendwann ist auch nebenan Ruhe und wir können endlich schlafen.
Gefahrene Meilen: 27
24. Tag / Millbrae - San Francisco
Montag 4. Oktober
Der Rezeptionist gestern war ja nicht gerade freundlich, doch was heute hinter Tresen steht, ist dagegen gar nichts. Auch ein Asiate, glotzt uns erst mal an, als seien wir vom Mars, als wir mit einem freundlichen "Good morning" an ihm vorbei zum Frühstück gehen. Er schiebt gerade ein ganzes gekochtes Ei in den Mund, einfach nur widerlich! Da das Angebot ziemlich begrenzt ist, verweilen wir auch nicht länger als nötig, packen unsere Sachen und ziehen aus. Auf dem Weg zum Freeway, der in die City von San Francisco führt, machen wir noch kurz halt bei einem Safeway; die Getränke sind hier weitaus teurer, als in den übrigen Supermärkten, in denen wir in den letzten Tagen und Wochen eingekauft haben.
Es herrscht ein wahnsinns Verkehr stadteinwärts, Stau, Lärm - man wird richtig davon erschlagen. Das AAA-Gebäude ist schnell gefunden - dank Stadtplan - und wir bekommen sogar vor dem Haus einen Parkplatz. Da uns ne Karte von Nevada/South California abhanden gekommen ist, lassen wir uns hier nochmal eine neue geben und vorab schon mal Tourbooks und Kartenmaterial für den Urlaub im nächsten Jahr. Die Dame hinterm Tresen ist äußerst freundlich und reicht uns eine vollbepackte Tüte mit jeder Menge Material. Nun steht Motelsuche auf dem Programm und wir fahren zur Lombard Street. Meine Erinnerung an 1997 ist nur noch vage, doch je näher wir besagter Straße kommen, desto besser kenne ich mich wieder aus. Wir mieten uns für 3 Nächte im Town-House-Motel für 60 $ o. Tax. mit AAA-Rate ein, nachdem wir uns das Zimmer haben zeigen lassen und für gut befanden. Da wir ja noch am Vormittag dort eintreffen, lassen wir das Auto im Innenhof des Motels stehen und laufen zur Fisherman Wharf.
Es geht ein frischer Wind und es ist neblig; so ganz und
gar nicht angenehm. Als die Shops immer zahlreicher werden, gehen wir
hier und da in einen hinein, um uns ein wenig aufzuwärmen. Ein
Laden, mit allerlei Schiffszubehört - alt und neu - hat es uns
angetan und wir sehen uns alles in Ruhe an. Hier gibt es einen aus Holz
geschnitzten und bemalten Matrosen, exakt die selbe Machart, die wir
im Mai bei Schmidts auf Usedom gesehen haben. Das Wachsfigurenkabinett
ist uns einfach zu teuer, wenn es mich auch interessieren würde.
Weiter zur Wharf, wo es auch jede Menge Läden gibt. Natürlich
müssen wir auch nochmal wegen dem Hardrock Cafe her; es war 97
noch in der Van Ness Street. Als wir gerade in einen Shirtladen gehen,
spricht uns jemand von hinten an und welche Überraschung, es ist
das Paar, das wir auf dem Moro Rock im Sequoia NP getroffen haben. Wirklich
witzig! Wir quatschen nochmal eine ganze Weile, ehe sich unsere Wege
dann wirklich endgültig trennen.
In einem Restaurant gibt es Essen vom Buffet für
11,95 $ und 3 $ off. Leider entdecken wir erst hinterher, dass der Preis
von 11,95 $ bereits der um 3 $ reduzierte ist, also nicht gerade billig.
Mir ist das jetzt auch egal, weil ich total durchgefroren bin. Gegen
halb zwei kommt dann sogar die Sonne raus und die wärmenden Strahlen
tun richtig gut. Wir werfen noch einen Blick auf die Seehunde, die im
Hafen auf schwimmenden Holzterrassen liegen und einen irren Gestank
verbreiten. Lange halte ich es da nicht aus, wir entdecken noch einen
Laden mit keltischem Schmuck und allem möglichen aus Irland.
Andy möchte noch in die City zu Macys und zum Visitor-Information-Center.
Der Weg dorthin führt durch ein Stück von China
Town und ich muss in einen Chinaladen und Tigerbalm kaufen. Mir gefällt,
die Atmospähre in den Läden; überall stapelt sich Ware,
wo man nicht mal erahnen kann, um was es sich handelt, es riecht sonderbar
nach Gewürzen, Obst, Gemüse und getrocknetem Fisch. Uns schmerzen
allmählich die Füße, doch Macys ist bereits in Sicht.
Ein nobles Kaufhaus, alles sauber, ordentlich und elegant, da komme
ich mir mit meiner Outdoorkleidung etwas deplaziert vor. Die Preise
entsprechen in etwa dem Ambiente; ich konnte jedenfalls nichts entdecken,
was günstig gewesen wäre. Obwohl es draußen nun angenehm
warm ist, tragen hier manche Frauen bereits Winterstiefel, ich habe
ein T-Shirt an und friere nicht - was machen die dann bitte bei Minusgraden?
Wir besorgen uns was zu trinken und suchen das Visitor Information Center,
was wir dann auch finden. Während sich Andy nach den Cable Car-Preisen
erkundigt, ruhe ich mich etwas auf einem Hocker aus.
Die Entscheidung fällt auf die Cable Car, wo wir
allerdings gute 30 Minuten in der Schlange stehen, bis wir aufsteigen
dürfen. Die Zeit vertreibt uns ein Bettler, der unentwegt "Lean
on me" singt und zwei weitere, die immer wieder nach ein wenig
Change verlangen. Unweit von uns steppt sich ein athletischer Schwarzer
auf einer Holzunterlage die Seele aus dem Leib. Ich finde ihn gut, doch
ob das auch die Menschen, die an ihm vorübergehen, empfinden und
ihm dafür etwas geben? Beim dritten Cable Car, das hier wendet,
dürfen wir aufsteigen und stehen auf dem Trittbrett. Hin und wieder
bekommen wir Hinweise, das Hinterteil einzuziehen, weil ein Auto zu
weit in der Straße geparkt hat oder uns ein anderes Cable Car
entgegenkommt. Die Fahrt ist wirklich ihr Geld wert und beeindruckend.
An der Lombardstreet gibt es einen kurzen Stopp und wir springen ab.
Das letzte Stück zum Motel geht steil bergab. Jetzt erst mal ein
wenig ausruhen, bevor wir etwas später wieder aufbrechen um zu
sehen, ob der Safeway immer noch da ist, wo wir in 97 entdeckt haben.
Auf dem Rückweg biegen wir nicht rechtzeitig ab und verfahren uns,
machen einen ziemlich großen Umweg quer durch die Stadt, da es
wieder mal nur Einbahnstraßen zu geben scheint und finden doch
noch zu Mels Drive Inn in der Lombard Street und lassen uns Onion Rings,
Burger, Sandwich und einen super leckeren Vanilla-Shake schmecken -
hmmmmmm!
Gefahrene Meilen: 21
25. Tag / San Francisco
Dienstag 5. Oktober
Mit dem heutigen Tag haben wir noch 2 ½ Tage vor
uns, ehe es wieder zurück nach good old germany geht. Das Frühstück
besteht aus abgepackten Muffins mit Tee und Kaffee und dauert auch nicht
allzu lange. Wir versuchen noch ein wenig, das Chaos im Zimmer zu beseitigen;
gestern haben wir das Auto komplett ausgeräumt und müssen
nun demnächst das ganze Gerümpel wieder in die Koffer und
die neue Tasche verstauen, doch große Lust haben wir dazu nicht
und halten uns damit auch nicht lange auf.
Dann
doch lieber Aufbruch zum 49 miles drive um und durch SF. Obwohl wir
vor 7 Jahren schon einige Tage in der Stadt verbracht haben, haben wir
damals nur einen kleinen Eindruck von San Francisco bekommen und ich
würde es jedem empfehlen, den 49 miles-drive zu machen. Uns hat
er nochmal einen ganz anderen Eindruck von der Stadt vermittelt.
Es ist neblig und nasskalt, nicht gerade Superwetter. Wir beginnen bei der Marina und folgen der Beschilderung weiter zum Museum of Fine Arts, durchs Presidio, zum Strand runter vor der Golden Gate Bridge, weiter zum Golden Gate Park. Die Karte vom AAA ist nicht sonderlich genau und stimmt teilweise mit den Ausschilderungen überhaupt nicht überein. Ziemlich genervt von der Kartenguckerei und dem ständigen Ausschau nach weiterer Ausschilderung machen wir irgendwann Halt, es gibt eine public library und hoffentlich internet access for free, damit ich nochmal nach der Adresse des Bastelladens schauen kann, von dem ich meinem Bruder ein Flugzeugmodell besorgen soll. 15 Min. Internetzugang sind uns gewährt und das reicht für das Ausfindigmachen der Adresse. Gott sei Dank! An die Family gibt's noch schnell einen Gruß.
Weiter im Text, es geht zum Bastelladen, den wir auch sofort finden. Leider ist das gewünschte Modell nicht vorrätig, der Besitzer bemüht sich wahnsinnig, kann es aber in der Kürze der Zeit auch nicht bei einem anderen Händler bekommen. Also dann eben ein Alternativmodell. Einen alten Bausatz bekommen wir noch als Dreingabe - dieser lag etliche Jahre unversehrt in der Garage und wurde nie zusammengebaut; also wenn wir wollen …. er ist froh, das Teil los zu haben.Da ein Einkaufszentrum in der Nähe liegt, ist das Ziel klar, außerdem meldet sich so langsam der Magen. Wir sehen uns ein wenig um, noble Geschäfte, ziemlich teuer und bei Panda Express gibt es dann Lunch. Im Eifer des Gefechts übersehe ich mal gerade eben die drei Chilischoten auf dem Zettel, der an der Warmhaltetheke bei meinem Gericht angebracht ist und beiße dann gleich mal herzhaft in eine derselben und meine, Feuer speien zu müssen. Ich bekommen Schluckauf und die Augen tränen - Andreas hat sich selten so amüsiert wie jetzt. Zum Kühlen gibt es als Nachspeise zwei Kugeln Hägen Dazs, allerdings auch irre teuer - bei uns bekommt man dafür einen Rieseneisbecher.
Es geht weiter zum Alamao Square; vom Vorspann der Serie
Full House ist mir die Rasenfläche nicht so steil und hügelig
in Erinnerung, wie sie sich nun präsentiert. Fotopause und weiter,
Twin Peaks befindet sich immer noch in dichter "Sichtsuppe"
und wir fahren an der Mission Dolores vorbei wieder Richtung stadteinwärts.
Der Verkehr wird immer dichter und als wir am Pier unten sind schenken
wir uns den letzten Schlenker auf der Karte; die Gegend kennen wir eh
schon. Zurück zum Motel in die Lombard Street und erst mal ein
bisschen Pause; mir ist heute ein wenig blümerisch.
Um 18 h scheint die Sonne, die Wolken sind weg und wir
brechen nochmal auf , rüber über die die Golden Gate und hoffen
auf einen Sonnenuntergang. Es geht wieder den Berg hinauf zum Battery
Spencer, bis die Straße endet. Die Wolken ziehen bereits vom Meer
in die Bucht und es wird nicht mehr allzu lange dauern, ehe alles wieder
im Nebel versinkt. Mit noch ein paar Leuten, die die Abendstimmung festhalten
wollen, sehen wir uns den Sonnenuntergang an; es ist kühl und windig,
doch das gebrochene Licht der untergehenden Sonne bei hereinziehendem
Nebel vom Pazifik entschädigt dafür um ein Vielfaches.
Als
die Sonne verschwunden ist, gehen wir zum Auto zurück und richten
unser Augenmerk auf die vor uns liegende Golden Gate, bis es dunkel
ist und die Lichter der Brücke funkeln. Andy möchte auch zum
Aussichtspunkt weiter unten und wir nehmen den Weg, den wir mehr erahnen
als sehen, weil hier gar nichts mehr beleuchtet ist. Ein weiterer Fotospeicher
ist voll und jetzt müssen wir nochmal zum Fort am Fuße der
Brücke, um auch wirklich alle Perspektiven dieses beachtlichen
Bauwerks festzuhalten. Obwohl es mittlerweile stockdunkel ist, laufen
immer noch Jogger den Weg zum Fort. Nachdem auch hier der Fotofinger
endlich zu jucken aufhört, brechen wir auf und haben irre Glück,
dass die Schranke erst nachdem wir durchfahren von einem Polizisten
abgesperrt wird; ich möchte nicht dran denken, wie wir die Nacht
im Auto verbracht hätten.
Bei Mel's Drive In gibt's Abendessen und dann ins Motel; morgen ist der letzte Urlaubstag in S.F.
Gefahrene Meilen: 60
26. Tag / San Francisco
Mittwoch 6. Oktober
Als ich um 8.30 h von Andy geweckt werde, scheint die
Sonne von einem stahlblauen Himmel - quasi als Abschiedsgeschenk. Eine
knappe Stunde später sind wir bereits umterwegs zum Twin Peaks.
Dank einer besseren Straßenkarte, die sich noch in unserem Kartendepot
befindet, ist es ein Kinderspiel den Weg dorthin zu finden. Aussicht
ist genial, es ist sogar angenehm warm. Nachdem wir genügend Fotos
und die An- und Abfahrt etlicher Reisebusse mitbekommen haben, geht
es weiter in den Botanischen Garten des Golden Gate Park.
Nicht weit
ab vom Großstadttrubel kann man hier die Ruhe im Grünen und
das herrliche Wetter genießen. Als die Sonne ihren Zenit so allmählich
erreicht, fahren wir ein paar Straßen ins nahe gelegene Ashbury
Heights zum Mittagessen. Das Asia-Bistro ist ebenso hippiemäßig,
wie die Gegend hier. Göttin Shiva lächelt von einem Bild auf
die Gäste, während wir ein leckeres Thailändisches Gericht
verspeisen. Auf dem Rückweg zum Auto werfen wir noch den ein oder
anderen Blick in ein paar schräge Läden, aus denen der Qualm
von etlichen Räucherstäbchen dringt.
Es geht wieder zurück in den Park; das Tropenhaus
würde mich interessieren, doch der Preis von 5 $ pro Nase hält
uns dann doch davon ab. Stattdessen geht es noch in den Shakespeare
Garden und für 1,75 $ p.P. in den Japanese Tea Garden, von dem
ich restlos begeistert bin. In die Kulisse von Bambuswald, zwei Pagoden,
Wasserlandschaft, Zen Garden und Wasserläufen passt ein Hochzeitspaar,
die sich
in zig verschiedenen Posen vor einem Fotografen bewegen, wie gemalt
ins Bild. Was ein wenig stört, ist die Rückseite der Braut
- das Kleid wird von zwei schwarzen Klammern auf Figur gehalten und
unter dem Kleid schauen ab und an Freizeitschuhe und eine ebensolche
Hose hervor.
Sind die Fotos nun für die Familie fern der Heimat
oder dient der ganze Aufwand für Werbezwecke? 20 Bilder mehr und
das Lächeln der Beiden wirkt schon nicht mehr so glücklich
und losgelöst, sondern geht eher in einen angestrengten genervten
Zustand über. Bevor wir diese herrliche Oase verlassen genießen
wir noch einen Jasmintee mit Gebäck.
Noch
einmal Richtung Presidio und runter zum Strand, um die Sonnenstrahlen
dieses Tages voll auszukosten. Wir beobachten einen jungen Fischer,
der zur eigenen Verwunderung irgendwann riesige Krebse an Land zieht
und nicht recht weiß, ob er sich jetzt darüber freuen soll,
bis ein Mann dazukommt und ihm zum Fang gratuliert. Es dauert nicht
lange und das Brautpaar taucht auch hier auf, um mit glitzenderdem Wasser
im Hintergrund fotografiert zu werden.
Zurück ins Motel zum Kofferpacken
und später geht es ein letztes Mal rauf zum Twin Peaks, um auch
hier die Abendstimmung noch auf etlichen Fotos festzuhalten. Die Wolken
ziehen bereits vom Pazifik in die Stadt, doch hin und wieder lichtet
sich der Nebel und gibt die Lichter der City frei. Total ausgefroren
gehen wir im Lucky Penny Restaurant noch Prime Ribs essen.
Gefahrene Meilen: 20
27. Tag / San Francisco - London - München
Donnerstag 7. Oktober
Um 7.00 h klingelt der Handy-Wecker und eine Stunde später haben wir alles in die Koffer und im Auto verstaut und nehmen Kurs Richtung Flughafen. Trotz dichtem Berufsverkehr kommen wir gut vorwärts, haben noch für einen Abstecher in einen Safeway Zeit, eher wir am Rental-Car-Return am Flughafen ankommen. Die Rückgabe des Autos gestaltet sich unproblematisch; wir werden lediglich gefragt, ob es was zu beanstanden gäbe, wir bekommen eine Quittung und das wars. Die "neue" Mono-Rail bringt uns zu den Terminals; Einchecken, Koffer abgeben. Es bleibt noch Zeit zum bummeln, ehe wir um 11.00 h zum Boarding gehen und es dann endlich um 12:40 h losgehen soll. Die Maschine ist rappelvoll und wir schwitzen noch über 40 Minuten, da die Klimaanlage nicht läuft und wir auf den Start warten müssen. Die Zeit vergeht im Zeitlupentempo, schlafen ist nicht, weil es dafür zu eng und zu unbequem ist.
London morgens um 7.00 h ist auch nicht anders, als zu einer anderen Tageszeit; Menschenmengen ohne Ende, die endlos langen Gänge, Terminalwechsel und und und. Dieses mal haben wir für den Anschlussflug jedoch noch jede Menge Zeit, die wir dösend auf einer Bank verbringen - immerhin fehlt uns eine Nacht und ne Mütze voll Schlaf. Um 12.00 h mittags landen wir planmäßig in München und werden freudig von E. erwartet. Die Fahrt nach Hause vergeht irre schnell, da E. alles wissen will, wie es denn die letzten 4 Wochen war. An diesem Tag schaffen wir es sogar noch, die Koffer auszuleeren und die Waschmaschine zu beladen, besuchen sogar noch die Family. Physisch sind wir anwesend, geistig noch in USA. Ein Jahr Wartezeit steht uns bevor, ehe es dann wieder heißt "The West is the Best".
Gefahrene Meilen: 21






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